Missbrauchsprozess in Heilbronn Erzieher kündigt Geständnis an

Ein 31-jähriger ehemaliger Kindergartenleiter soll einen Jungen missbraucht und die Taten gefilmt haben. Nun hat in Baden-Württemberg der Prozess begonnen. Dem Mann drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Landgericht Heilbronn (Archiv)
DPA

Landgericht Heilbronn (Archiv)


In Heilbronn steht ein ehemaliger Leiter eines Kindergartens wegen des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs eines Schuljungen und Kinderpornografie vor dem Landgericht.

Laut Anklage soll der 31-Jährige sich von 2012 bis Anfang 2018 insgesamt 19 Mal meist in seiner Wohnung an einem anfangs sechs Jahre alten Kind sexuell vergangen und die Taten gefilmt haben. Ein Teil der Taten gilt als Vergewaltigung. Der Mann sitzt seit März in Haft.

Sein Verteidiger kündigte zu Prozessbeginn ein Geständnis an. Einen Antrag der Nebenklage auf Ausschluss der Öffentlichkeit aus Gründen des Opferschutzes schon bei der Anklageverlesung lehnte das Gericht ab.

Ins Visier der Ermittler geriet der Erzieher bereits Anfang 2016, als er beim Tauschen von Kinderpornos erwischt wurde. Die Polizei beschlagnahmte später Tausende Fotos und Videos. Dass es mehr als ein Jahr gedauert haben soll, bis die Evangelische Kirche als Arbeitgeber des Mannes alarmiert wurde, löste besonderes Entsetzen aus. Warum der Erzieher offenbar noch bis Anfang 2018 für die Gemeinde arbeitete, versucht ein Krisenteam dort aufzuarbeiten.

Schwerer sexueller Missbrauch wird mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft. Das Landgericht hat zunächst sechs Verhandlungstage bis zum 28. September angesetzt. Fünf Zeugen sind geladen, darunter das Opfer.

bbr/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.