Urteil in Heilbronn Männer zündeten geplantes Flüchtlingsheim an - Freiheitsstrafen

Weil sie den Rohbau einer Flüchtlingsunterkunft in Baden-Württemberg anzündeten, sind zwei Männer zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Richter gehen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus.

Polizeiermittler an der Baustelle in Neuenstein
DPA

Polizeiermittler an der Baustelle in Neuenstein


Zwei Männer, die Anfang des Jahres den Rohbau eines Flüchtlingsheims angezündet hatten, sind vom Landgericht Heilbronn zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Nach Überzeugung der Richter handelten die beiden aus Fremdenfeindlichkeit und Geltungssucht.

Für den Anschlag im baden-württembergischen Neuenstein müssen der 33-Jährige und der 24-Jährige für vier Jahre und zehn Monate sowie vier Jahre und sieben Monate hinter Gitter. Das Strafmaß umfasst auch zahlreiche Verstöße gegen das Waffengesetz.

Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass sich insbesondere der ältere Angeklagte mit einer spektakulären Aktion in der rechten Szene profilieren wollte. Zuvor habe der Mann immer wieder fremdenfeindliche Veranstaltungen organisiert, die aber immer weniger Publikum angezogen hätten, hieß es in der Urteilsbegründung.

Die Angeklagten hätten den Anschlag über Wochen generalstabsmäßig geplant, befand das Gericht. Insgesamt hatten die Männer vier Gebäude anzünden wollen. Nur bei zwei Bauten zeigten die Brandbeschleuniger ihre Wirkung. Durch das Feuer entstand dort ein Schaden von 107.000 Euro. Die beiden Männer hatten die Tat bereits bei der Polizei gestanden. Die Flüchtlingsunterkunft konnte nach dem Brand mit zweimonatiger Verspätung bezogen werden.

bbr/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.