Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Heilbronner Polizistenmord: Dienstwaffe von erschossener Beamtin gefunden

Der Mord an einer Polizistin in Heilbronn sorgte für großes Aufsehen, viereinhalb Jahre später haben die Ermittler jetzt die geraubten Dienstpistolen in Thüringen sichergestellt. Sie wurden in einem Wohnmobil bei Eisenach gefunden - neben zwei Leichen. Die mutmaßlichen Bankräuber sollen sich selbst getötet haben.

Wohnwagen in Eisenach: Hier wurden die Dienstwaffen und zwei Leichen gefunden Zur Großansicht
DPA

Wohnwagen in Eisenach: Hier wurden die Dienstwaffen und zwei Leichen gefunden

Heilbronn/Eisenach - Viereinhalb Jahre nach dem Polizistenmord von Heilbronn gibt es eine neue heiße Spur. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat am Montag bestätigt, dass die Dienstpistolen der getöteten Beamtin und ihres verletzten Kollegen gefunden wurden - sie befanden sich neben zwei Leichen in einem Wohnmobil in Thüringen.

Michelle K. war im April 2007 auf einem Parkplatz nahe der Heilbronner Theresienwiese erschossen worden. Die 22-Jährige starb noch am Tatort, ihr zwei Jahre älterer Kollege wurde schwer verletzt. Der Fall sorgte bundesweit für großes Aufsehen.

Nach dem Polizistenmord waren die Ermittler jahrelang in mehreren Bundesländern den DNA-Spuren einer vermeintlichen Serientäterin nachgegangen. Später stellte sich heraus, dass die DNA-Spuren, die an 35 Tatorten gefunden wurden, einer Mitarbeiterin in einem forensischen Labor zuzuordnen waren. Sie war beim Verpacken mit den Wattestäbchen in Kontakt gekommen, die für die Spurensuche benutzt wurden.

Überfall auf Sparkasse in Eisenach

Die Mörder der Polizistin nahmen den beiden Beamten damals die Dienstwaffen, drei Magazine und Handschellen ab. Diese tauchten nun in einem verdächtigen Wohnmobil in Stregda bei Eisenach wieder auf - zusammen mit zwei Leichen.

Am Montag erklärte der Leiter der Sonderkommission "Capron" in Erfurt, die beiden Männer hätten sich vermutlich selbst umgebracht. Sie hätten sich erschossen. Es stehe zudem "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest", dass die beiden 34 und 38 Jahre alten Männer für einen Überfall in Eisenach und einen weiteren Bankraub in Arnstadt verantwortlich seien. Darauf lasse die in dem Wohnmobil sichergestellte Beute schließen.

Die am Freitag tot in dem Fahrzeug aufgefundenen Männer wohnten ersten Erkenntnissen zufolge in einem Haus in Zwickau. Hier ereignete sich am Sonntag eine Explosion. Am Freitag waren die Geldinstitute überfallen worden.

Die Polizei prüft jetzt einen Zusammenhang zwischen dem Bankraub und der Explosion in Zwickau. Die beiden Männer hätten gemeinsam mit einer Frau in der Zwickauer Wohnung gelebt, hieß es. Die 36-Jährige habe die Wohnung kurz vor der Explosion verlassen. Nach ihr werde gefahndet.

Das Wohnmobil sei mehrmals in Zwickau gesehen worden, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Typ und Lackierung des Autos stimmten laut Zeugenhinweisen mit dem Fahrzeug in Stregda überein.

ala/dapd/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Mord an Polizistin: Die Jagd auf das Phantom


SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: