Rocker-Kutten Berlin verbietet Hells-Angels-Logo

In Berlin sind das Logo und der Schriftzug der Hells Angels künftig verboten. Wer öffentlich eine Kutte der Rockergruppe trägt, riskiert laut Staatsanwaltschaft Geldbußen oder gar eine Haftstrafe.

Rocker mit Hells-Angels-Kutte (2008 in Münster): Bannstrahl für Totenkopflogo
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Rocker mit Hells-Angels-Kutte (2008 in Münster): Bannstrahl für Totenkopflogo


Berlin - Die Hells Angels in Berlin müssen bald voraussichtlich ohne die typischen Kutten mit dem Klubemblem auskommen. Den Rockern ist es künftig verboten, das Totenkopf-Logo und den Schriftzug der Biker-Vereinigung öffentlich zu tragen oder zu zeigen. Einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung bestätigte die Berliner Staatsanwaltschaft.

Grundlage für das Verbot ist ein Urteil des Hamburger Oberlandesgerichts (OLG) aus dem vergangenen Monat. In der Hansestadt war 1983 ein Charter der "Höllenengel" verboten worden. Das OLG entschied im April, dass ein Rocker gegen das Gesetz verstieß, als er 2011 eine Jeansweste mit dem Totenkopf-Logo und dem Hells-Angels-Schriftzug trug. Der Grund: öffentliches Verwenden von Kennzeichen eines verbotenen Vereins.

Dieser Rechtsauffassung hat sich die Berliner Staatsanwaltschaft nun angeschlossen, wie es in einer Mitteilung von Pressesprecher Thomas Fels heißt. Die Berliner Polizei führt nun sogenannte Gefährderansprachen durch, um die Hells Angels über die neue Lage zu informieren.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ließ den Hells Angels laut Polizei eine Frist von vier Wochen, binnen derer sie die Embleme entfernen müssen. Diese Frist habe am 28. Mai begonnen.

Wer die Kutten in Berlin künftig trotzdem trägt, riskiert nach Paragraf 20 des Vereinsgesetzes eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. "Die Staatsanwaltschaft Berlin wird in ihrem Zuständigkeitsbereich die Einleitung von Ermittlungsverfahren prüfen, wenn Rocker mit den verbotenen Emblemen angetroffen werden", heißt es in der Mitteilung.

rls/hut

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