Null-Toleranz-Strategie: Neue Razzien gegen Rocker

In Potsdam und Nordrhein-Westfalen ist die Polizei erneut gegen Mitglieder der Hells Angels vorgegangen. Spezialeinsatzkräfte durchsuchten Privatwohnungen, einen Treffpunkt sowie einen Swinger-Club. Festgenommen wurde niemand.

Großrazzia: Polizisten stehen in Krefeld vor dem Clubhaus der Hells Angels. Zur Großansicht
DPA

Großrazzia: Polizisten stehen in Krefeld vor dem Clubhaus der Hells Angels.

Potsdam/Krefeld - Erneute Großrazzia im Rocker-Milieu: Mit Spezialeinsatzkräften durchsuchten die Ermittler am Dienstagabend ein Clubhaus in Krefeld und einen Swinger-Club in Willich am Niederrhein. Außerdem schlugen die Beamten in Wohnungen in Köln, Krefeld, Düsseldorf und Solingen zu. Insgesamt waren nach Angaben eines Polizeisprechers vom Mittwochmorgen rund 500 Kräfte im Einsatz.

Treffpunkte und Privatwohnungen der Hells Angels standen im Visier der Beamten. In Potsdam wurden mehrere leichte Waffen sichergestellt. In Nordrhein-Westfalen konzentrierten sich die Ermittler auf Computer, Speichermedien und Mobiltelefone. Damit setzte die Polizei in beiden Ländern nach eigenen Angaben ihre "Null-Toleranz-Linie" gegenüber kriminellen Rockern fort.

Die Aktion fand viereinhalb Monate nach einer Massenschlägerei zwischen Hells Angels und Bandidos in Mönchengladbach statt. Die Polizisten hätten zwar Personalien festgestellt, es habe aber keine Festnahmen gegeben, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Mönchengladbach nach der Aktion mit. Ziel sei gewesen, "mögliche weitere Tatbeteiligte der Mönchengladbacher Auseinandersetzung zu identifizieren und weitere Beweismittel aufzufinden", hieß es.

ala/dapd/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Aktionissmus, purer...
No_Name 06.06.2012
Jetzt werden mit viel Radau Rockerkneipen durchwühlt. Was erwartet man noch zu finden? Die Tatverdächtigen wissen schon Monate bescheid. Wer was zu Verbergen hat, wird sicher aufgeräumt haben. Was jetzt gemacht wird, ist Bevölkerungsverar***e. Und der Rechtsstaat wird von den Ermittlern mit Füßen getreten.
2. Kanzlei Fromberg & Schröder?
pauschaltourist 06.06.2012
Zitat von No_NameUnd der Rechtsstaat wird von den Ermittlern mit Füßen getreten.
Dem Rechtsstaat wird von Zuhältern, Menschenhändlern, Drogendealern, Schlägern und Schutzgelderpressern ans Schienbein getreten.
3. Kriminelle Geschäfte werden gestört
redwed11 06.06.2012
Zitat von No_NameJetzt werden mit viel Radau Rockerkneipen durchwühlt. Was erwartet man noch zu finden? Die Tatverdächtigen wissen schon Monate bescheid. Wer was zu Verbergen hat, wird sicher aufgeräumt haben. Was jetzt gemacht wird, ist Bevölkerungsverar***e. Und der Rechtsstaat wird von den Ermittlern mit Füßen getreten.
Wenn hier irgendetwas mit Füßen getreten wird, dann ist es das Rechtssystem und somit alle anständigen Bürger dieses Landes, die keiner kriminellen Vereinigung angehören und nicht von Straftaten leben. Wenn Durchsuchungen in Wohnungen, Kneipen oder Bordellen stattfinden, dann finden diese Durchsuchungen entsprechend den bestehenden Gesetzen statt. Aber wenn man Kriminelle zu seinen Vorbildern zählt bzw. selbst dazu gehört, dann sind alle Maßnahmen gegen diese Kriminellen ntürlich eine furchtbare Sache, da dann die kriminellen Geschäfte gestört werden.
4. -
No_Name 06.06.2012
Zitat von redwed11Dem Rechtsstaat wird von Zuhältern, Menschenhändlern, Drogendealern, Schlägern und Schutzgelderpressern ans Schienbein getreten.
Nur finden die Durchsuchungen bei VERDÄCHTIGEN statt. Diese sind nunmal als "unschludig" zu betrachten bis dass man das Gegenteil beweisst. Die Durchsunchungen sind schwerwiegende Eingriffe in die Privatspäre Verdächtiger und bedürfe somit ein er guten Begründung: der Beweissicherung. Da diese Aktionen schon Wochen bekannt wahren, schon der SPIEGEL die Rocker über diese Aktionen informierte, kann man wohl davon ausgehen, dass mögliche Beweise vernichtet oder beseitigt wurden. Somit ist eine quasi angekündigte Durchsuchung sinnlos (man wird keinen Beweise finden). Dann kann mans auch gleich lassen. Denn so sind die Durchsuchungen nur Schickanen bei Menschen, die bis zum Ende der Prozesse nunmal unschuldig im Sinne des Gesetztes sind. Ja. Nur besteht halt nur der VERDACHT auf dieses Verbrechen. Die Durchsuchungen dienen der Sicherung von Beweisen und Indizien. Ohne diesen Zweck stellen Durchsuchungen einen nicht verhältnissmäßigen eingriff in die Bürgerrechte der Verdächtigen dar. Und da die Durchsunhungen schon monatelang angekündigt wurden, sind diese rechtsstaatlich bedenklich: Der Zweck wird kaum erfüllt werden. Es stände dem rechtsstaat gut zu Gesicht, sich an die eigenen Spielregeln zu halten. So sind die Ermittlungsbehörden kein gutes Vorbild. Wieso soll ich von "Rockern" gesetzetreu verhalten, wenn es schon unsere Behörden nicht tun?
5. Alles ist rechtmäßig
redwed11 06.06.2012
Zitat von No_NameNur finden die Durchsuchungen bei VERDÄCHTIGEN statt. Diese sind nunmal als "unschludig" zu betrachten bis dass man das Gegenteil beweisst. Die Durchsunchungen sind schwerwiegende Eingriffe in die Privatspäre Verdächtiger und bedürfe somit ein er guten Begründung: der Beweissicherung. Da diese Aktionen schon Wochen bekannt wahren, schon der SPIEGEL die Rocker über diese Aktionen informierte, kann man wohl davon ausgehen, dass mögliche Beweise vernichtet oder beseitigt wurden. Somit ist eine quasi angekündigte Durchsuchung sinnlos (man wird keinen Beweise finden). Dann kann mans auch gleich lassen. Denn so sind die Durchsuchungen nur Schickanen bei Menschen, die bis zum Ende der Prozesse nunmal unschuldig im Sinne des Gesetztes sind. Ja. Nur besteht halt nur der VERDACHT auf dieses Verbrechen. Die Durchsuchungen dienen der Sicherung von Beweisen und Indizien. Ohne diesen Zweck stellen Durchsuchungen einen nicht verhältnissmäßigen eingriff in die Bürgerrechte der Verdächtigen dar. Und da die Durchsunhungen schon monatelang angekündigt wurden, sind diese rechtsstaatlich bedenklich: Der Zweck wird kaum erfüllt werden. Es stände dem rechtsstaat gut zu Gesicht, sich an die eigenen Spielregeln zu halten. So sind die Ermittlungsbehörden kein gutes Vorbild. Wieso soll ich von "Rockern" gesetzetreu verhalten, wenn es schon unsere Behörden nicht tun?
Durchsuchungen dienen dem Auffinden von Beweismittelt. Sie sind dann zulässig, wenn zu v e r m u t e n ist, dass Beweismittel aufgefunden werden. Dabei kann keiner vorher wissen, ob solche Beweismittel gefunden werden oder nicht. Voraussetzung ist, dass der Betroffene als Verdächtiger gilt. Somit ist Ihr Verweis auf die Unschuldsvermutung in diesem Fall gegenstandslos, da die strafprozessualen Maßnahmen gerade der Beweissicherung dienen. Durchsuchungen finden somit immer bei noch nicht Verurteilten, also Leuten, für die die Unschuldsvermutung gilt, statt. Somit haben die Strafverfolgungsbehörden bei den Durchsuchungen, wenn ein Verdacht vorliegt und zu vermuten ist, das Beweismittel aufgefunden werden, völlig rechtmäßig gehandelt. Da diese Personen sich in einem hochkriminellen Umfeld bewegen und von diesen Gruppen schwerwiegende Straftaten ausgehen, wird bei den Durchsuchungen durch den anordnenden Richter bestimmt genau geprüft, ob eine Durchsuchung gerechtfertigt ist und den o.g. Voraussetzungen entspricht. So kann man nicht von Schikane reden, sondern von erforderlichen und notwendigen Maßnahmen zur Zerschlagung dieser kriminellen Vereinigungen entsprechend den bestehenden Gesetzen.
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Angriff auf Bandido-Mitglied: Schüsse in Bottrop

Die großen Rockerclubs
Hells Angels
Hells Angels ist die Abkürzung für den berüchtigten Hells Angels Motorcycle Club und zugleich die Bezeichnung für ihre Mitglieder. Von den Rockern, die typischerweise Harley-Davidson-Motorräder fahren, gelten viele als gewalttätig und kriminell; die Angels sind eine der umstrittensten Biker-Vereinigungen.
Bandidos
Die Bandidos sind ein Rocker- und Motorradclan, der aufgrund nachgewiesener Nähe einzelner Mitglieder zur Organisierten Kriminalität umstritten ist. Die langjährige Feindschaft zwischen den Bandidos und den Hells Angels führte immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Rockern.
Outlaws MC
Einer der größten und ältesten Motorradclubs der Welt. Der Outlaws MC taucht, wie alle anderen großen Bikergangs auch, regelmäßig in den Verfassungsschutzberichten der Länder auf.
Gremium MC
Der letzte große Motorradclub deutschen Ursprungs, der sich bisher keiner internationalen Biker-Vereinigung, wie z. B. den Hells Angels, Bandidos oder den Outlaws, angeschlossen hat. Laut Berichten des Verfassungsschutzes steht der Verein immer wieder in Verbindung mit illegalem Menschen-, Drogen- und Waffenhandel.