Großeinsatz in NRW Polizei beschlagnahmt Waffen und Bargeld bei Hells Angels

Es war eine spektakuläre Großrazzia: In Nordrhein-Westfalen haben Hunderte Beamte in mehreren Städten Räume der Hells Angels durchsucht - und dabei unter anderem Schusswaffen, Drogen und Geld gefunden.

DPA

Mehr als 700 Polizisten, darunter Spezialeinheiten, haben mit einem Großeinsatz in Nordrhein-Westfalen das zuvor verhängte Verbot einer Hells-Angels-Gruppe durchgesetzt. Bei der Durchsuchung von 50 Wohnungen und Geschäftsräumen in 16 Städten hätten die Beamten neun Motorräder, 15 Kutten und elf Geldspielautomaten sowie Messer, Schusswaffen und Betäubungsmittel beschlagnahmt, sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf.

Außerdem fanden die Beamten mehr als 60.000 Euro Bargeld, das der nunmehr verbotenen Rockergruppierung zugerechnet wird und ebenfalls beschlagnahmt wurde. Reul wertete die Funde als Beleg für die kriminellen Aktivitäten der betroffenen Rockergruppe Hells Angels MC Concrete City und ihrer Teilorganisation Clan 81 Germany.

Im Fall der verbotenen Gruppierung gehe es um Gewalt, Drogen, Waffen und Zwangsprostitution, sagte Reul. Am Einsatz seien auch Beamte aus Niedersachsen, Hessen und Bayern beteiligt gewesen.

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Verbot der Rocker-Gruppierung: Großrazzia bei Hells Angels

Die Durchsuchungen fanden zeitgleich in Erkrath, Wülfrath, Düsseldorf, Ratingen, Wuppertal, Köln, Leverkusen, Bergheim, Neuss, Pulheim, Kevelaer, Goch, Rösrath, Heiligenhaus, Krefeld und Warendorf statt. Neben Spezialeinsatzkommandos und Einsatzhundertschaften waren auch szenekundige Ermittler sowie Spezialisten auf den Gebieten der organisierten Kriminalität und der Steuerfahndung im Einsatz.

Festnahmen gab es Reul zufolge bei der Großrazzia nicht. "Es gab keinen Grund, jemand in Gewahrsam zu nehmen, sondern das Vermögen wurde beschlagnahmt", sagte der Düsseldorfer Innenminister. Reul erinnerte daran, dass es im August 2016 in Erkrath eine Massenschlägerei zwischen Hells-Angels-Mitgliedern und einer verfeindeten Gruppierung gegeben habe, bei der auch Polizisten verletzt worden seien. Dieses Ereignis habe Menschen "in Angst und Schrecken" versetzt, sagte der Landesinnenminister.

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In der Begründung des Vereinsverbots hieß es: "Zweck und Tätigkeit des Rockerklubs und seiner Unterstützer verstoßen gegen Strafgesetze." Die Hells Angels versuchten, "Macht- und Gebietsansprüche aggressiv gegen verfeindete Klubs durchzusetzen", erklärte Reul. Der Rechtsstaat nehme nicht hin, "dass Parallelgesellschaften wuchern, in denen seine Autorität und das Gewaltmonopol missachtet werden".

Der Rechtsanwalt der Rocker kritisierte den Einsatz. "Da sind Dinge beschlagnahmt worden, die nicht vom Beschluss des Verwaltungsgerichts Düsseldorf umfasst sind", sagte Bonn, der die Hells Angels und den Clan 81 vertritt.

Der Gerichtsbeschluss erlaube zwar die Beschlagnahme von gewissen Beweismitteln, die Polizei habe aber auch Privateigentum wie etwa Motorräder, Uhren, Bargeld und sogar eine Bachelorarbeit mitgenommen.

"Wir versuchen nun, uns einen Überblick über die Maßnahmen und betroffenen Personen zu verschaffen und prüfen rechtliche Schritte gegen das Vereinsverbot", sagte der Anwalt.

asa/AFP/dpa



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