Grönemeyer über Begegnung mit Fotografen "Es war wie ein Anschlag"

Zwei Fotografen werfen Herbert Grönemeyer einen tätlichen Angriff am Flughafen vor. Der Musiker hat das vor Gericht erneut bestritten. Viel mehr noch: Er schildert, dass das Treffen nicht spurlos an ihm vorbeiging.

Herbert Grönemeyer
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Herbert Grönemeyer hat im Strafprozess gegen zwei Pressefotografen ausgesagt. Vor dem Landgericht Köln schilderte der Sänger seinen Eindruck zu dem Aufeinandertreffen mit den beiden Männern - und der ist gänzlich anders, als es die Angeklagten darstellen.

Demnach hat der Musiker die Begegnung am Flughafen Köln/Bonn im Dezember 2014 wie einen "Anschlag" empfunden. "Ich war schwerstens geschockt, es war wie ein Anschlag", sagte der Sänger als Zeuge. "Das hat mich bestimmt Monate begleitet."

Grönemeyer bestritt, die beiden Fotografen in der anschließenden Auseinandersetzung geschlagen, gewürgt oder gar verletzt zu haben. "Ich werd ja nicht übergriffig", sagte er.

Die beiden Fotografen hatten Grönemeyer vorgeworfen, sie bei der Auseinandersetzung auf dem Flughafen attackiert und verletzt zu haben. In dem Fall geht es um ein Zusammentreffen zwischen den beiden Promi-Fotografen und Grönemeyer, der damals von seinem Sohn und seiner Lebensgefährtin begleitet wurde.

Einer der beiden Angeklagten berichtete, Grönemeyer habe ihn auf den Kopf geschlagen, am Hals gepackt und zu Boden gedrückt, sodass bei ihm Schwellungen und Rötungen zurückgeblieben seien.

Die angeklagten Journalisten und ihre Verteidigerinnen im Saal des Landgerichts Köln
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Die angeklagten Journalisten und ihre Verteidigerinnen im Saal des Landgerichts Köln

Der andere Fotograf sagte aus, er sei von Grönemeyer gepackt und mit der Hand im Gesicht getroffen worden. Außerdem habe der Sänger ihm einen Finger umgeknickt. Von der Begegnung habe er eine Prellung, eine Schürfwunde sowie "Schmerzen in der Muskulatur" zurückbehalten.

Zudem behauptete einer der Angeklagten, Fotos von den Verletzungen seines Kollegen zu haben. Als der Richter wissen wollte, wo die Bilder seien, erklärte der Fotograf: "Das kann ich gerade auch nicht sagen."

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die beiden Fotografen, die körperliche Attacke erfunden zu haben, die Männer müssen sich daher wegen falscher Verdächtigung und uneidlicher Falschaussage verantworten. Grönemeyer wollte demzufolge zwar das Fotografieren und Filmen verhindern, verletzte die Journalisten jedoch nicht.

Die falsche Darstellung sollen sie dabei auch in einem Zivilprozess wiederholt haben, den Grönemeyer wegen der Berichte darüber gegen einen Zeitungsverlag führte und 2017 gewann. Nach Begutachtung von Videos und Fotos sahen es die Richter damals als erwiesen an, dass die Aussagen nicht der Wahrheit entsprachen und Grönemeyer in seinen Persönlichkeitsrechten verletzten (mehr über den Fall erfahren Sie hier).

sen/dpa

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