Doppelmord von Herne Gutachterin fordert Erwachsenenstrafrecht für Marcel H.

Marcel H. steht vor Gericht, weil er zwei Menschen getötet hat. Eine Gutachterin hat sich zu der für das Strafmaß entscheidenden Frage geäußert: Soll er als Jugendlicher oder Erwachsener verurteilt werden?

Marcel H. im Landgericht Bochum
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Marcel H. im Landgericht Bochum


Im Doppelmordprozess gegen Marcel H. fordert die Gutachterin, dass der 20-Jährige nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wird. Folgt das Landgericht Bochum dieser Einschätzung droht dem Angeklagten möglicherweise lebenslange Haft wegen Mordes.

Der Angeklagte sehe zwar "jugendlich" aus, tatsächlich sei seine Persönlichkeit aber schon ausgereift, sagte Rechtspsychologin Sabine Nowara. Problematisch seien vor allem "psychopathische, narzisstische und sadistische" Elemente. Diese könnten im Jugendstrafvollzug kaum mehr korrigiert werden.

Außerdem wurde in der Sitzung erstmals bekannt, dass Marcel H. Anzeichen von Empathie und Reue offenbart haben soll. Der 20-Jährige hatte demnach Anfang Januar einen Brief an seine Mutter geschrieben, der vom Gericht verlesen wurde. Darin schreibt er, dass er während des Prozesses vor dem Bochumer Landgericht realisiert habe, "was für einen Schaden" er verursacht habe.

Auslöser sei die Reaktion der Mutter seines ehemaligen Schulfreunds Christopher gewesen, den er nach der Tötung des neunjährigen Nachbarjungen Jaden umgebracht hatte. "Ich sah eine verzweifelte Mutter und jeder Gedanke daran schnürt mir die Kehle zu." Der Brief endet mit der Grußformel: "Dein ratloser Sohn Marcel."

Der Angeklagte hat über seinen Verteidiger schon zu Prozessbeginn am Bochumer Landgericht gestanden, Jaden und den 22-jährigen Christopher Anfang März 2017 umgebracht zu haben.

bbr/dpa



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