Attacke auf Polizisten Mutmaßliche "Reichsbürgerin" erhält Bewährungsstrafe für Säureangriff

Nachdem sie den Schornsteinfeger nicht reinlassen wollte, attackierte sie einen Polizisten: Im Harz ist eine mutmaßliche "Reichsbürgerin" zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Die Verteidiger und die beiden "Reichsbürgerinnen"
DPA

Die Verteidiger und die beiden "Reichsbürgerinnen"


Nach einem Säureangriff auf einen Polizisten hat ein niedersächsisches Gericht die Tochter einer "Reichsbürgerin" zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die 30-Jährige sei der gefährlichen Körperverletzung und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte schuldig, sagte eine Richterin am Amtsgericht in Herzberg.

Die mitangeklagte 68 Jahre alte Mutter wurde freigesprochen, weil sich die Vorwürfe der Körperverletzung und des Widerstands nicht beweisen ließen. Die 30-Jährige hatte im Juni 2015 in Barbis im Südharz dem Polizisten säurehaltigen Reiniger in die Augen gesprüht und ihn erheblich verletzt. Ein erster Prozesstermin gegen die beiden war geplatzt, weil die Frauen nicht vor Gericht erschienen waren.

Erst am Montag war ein "Reichsbürger" in Nürnberg wegen tödlicher Schüsse auf einen Polizisten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Anhänger der Szene erkennen die Bundesrepublik und deren Behörden und Gesetze nicht an, die Bewegung wird inzwischen bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet.

Im Fall der zwei Frauen aus dem Harz war die Polizei vom Bezirksschornsteinfeger zu Hilfe gerufen worden, weil die Frauen sich wiederholt geweigert hatten, ihre Heizung inspizieren zu lassen. Die ältere Frau liegt seit Jahren mit den Behörden im Streit. Sie erkennt wie andere "Reichsbürger" die Legitimation des Staates nicht an.

apr/dpa



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