Hessen Rentner schießt auf Polizisten - weil er sie für Betrüger hält

Ein Rentner ist im Hochtaunuskreis auf Betrüger hereingefallen, die sich als Polizisten ausgaben. Als dann eine echte Streife kam, schoss er auf die Beamten - beinahe mit fatalen Folgen.


Im hessischen Glashütten im Hochtaunuskreis hat ein 90-Jähriger Polizisten für Betrüger gehalten und mit einem Gewehr auf sie geschossen. Dabei erlitt eine Beamtin ein Knalltrauma. "Wir haben Glück gehabt, das hätte auch viel schlimmer ausgehen können", sagte ein Sprecher der Polizei.

Zuvor war der Rentner am Sonntag auf Betrüger hereingefallen, die sich als Polizisten ausgegeben hatten. Die Unbekannten hatten ihm vorgemacht, sein Geld sei in Gefahr und die Polizei wolle sein Vermögen schützen. Dazu wurde er aufgefordert, mehrere Tausend Euro vor der Haustür abzulegen, welches die Betrüger abholten. Die falschen Polizeibeamten hatten vorgegeben, ihn von der Nummer des Notrufs anzurufen. Als er diese Nummer anrief, um Rückfragen zu klären, hatte er die echten Polizisten am Apparat.

Eine vorbeigeschickte Streife hielt er dennoch für falsch und schoss deshalb mehrmals auf die Beamten. Erst nach einem längeren Telefonat mit dem Mann gelang es der Polizei, den Irrtum aufzuklären. Der Mann hat die Erlaubnis, Waffen zu besitzen. Gegen ihn wird nun ermittelt.

Laut Polizeisprecher sei die Masche "falsche Polizeibeamte" in den vergangenen Tagen gehäuft vorgekommen. Die Betrüger rufen dabei gezielt ältere Menschen in gut betuchten Gegenden an und geben sich als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus. Sie machen ihnen vor, ihr Vermögen sei in Gefahr und fordern die Senioren dann auf, ihnen Bargeld zu übergeben, unter dem Vorwand, dieses schützen zu wollen. Dabei nutzen sie generierte Telefonnummern, die denen der örtlichen Polizei ähneln oder dem Notruf 110 entsprechen.

max/dpa

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coloneltw 05.02.2018
1. schade
wäre er nicht 90 gewesen sondern etwas jünger und fitter, hätte er erkannt wer die Betrüger sind und auf die geschossen und vielleicht sogar getrofen. Wenn diese Betrügermaschen zum Tod der Betrüger führen kann, hören diese vielleicht mal auf. Glücklicherweise wurde keine chter Polizist verletzt. Ich hoffe die STaatsanwaltschaft wird ihm nur das gewehr und die Genehmigung abnehmen und nicht noch eine Strafe verhängen. Der Verlust des Geldes sollte da als Strafe ausreichen. Wäre vielleicht auch einen Gesetzesentwurf im Bundestag wert, wenn das ergaunerte Geld am Ende die Strafe für Selbstjustiz wäre. Ich hasse diese art Gauner, die Arme und Ältere um ihr Gespartes bringen. Das ist moralisch der tiefste Punkt auf der Karriereleiter der Diebe. Dann lieber einen Tunnel zur Sparkasse graben und was tun fürs Geld
Solid 05.02.2018
2.
Gegen den Mann wird beherzt ermittelt. Gegen die Betrüger hingegen maximal halbherzig.
fatherted98 05.02.2018
3. tja...
....Polizisten sind ja nach der Uniform-Reform auch nicht mehr als solche zu erkennen. Blau/schwarze Uniformen....wo dann mit viel Glück auf dem Rücken "Polizei" drauf steht.....ich hab immer die Kette vor der Tür.
alpha2014 05.02.2018
4.
Zitat von SolidGegen den Mann wird beherzt ermittelt. Gegen die Betrüger hingegen maximal halbherzig.
Erstens, woher wollen Sie das wissen? Sie gehören der zuständigen Polizeidienststelle an? Zweitens, unabhängig vom Motiv sind nun mal Gewaltstraftaten was anderes als Betrug. Ich hoffe jedenfalls, dass Gewalttaten gegenüber Betrügereien bevorzugt behandelt werden. Und ich gehe davon aus, dass Sie sich nicht beklagen würden, wenn gegen jemanden "beherzt" ermittelt würde, der sie beschießt, weil er Sie beispielsweise fälschlich für den Liebhaber seiner Ehefrau oder den Fahraddieb hält. Übrigens, selbst wenn er auf die echten Betrüger geschossen hätte, würde gegen den alten Mann ermittelt werden müssen. Weil jede Gewaltanwendung zunächst auf ihre Rechtfertigung überprüft wird. Wir sind eben nicht im Wilden Westen. Auf Notwehr kann sich auch nur berufen, wer einen unmittelbaren rechtswidrigen Angriff abwehrt. Rechtsstaatlichkeit und so.
max-mustermann 05.02.2018
5.
Zitat von SolidGegen den Mann wird beherzt ermittelt. Gegen die Betrüger hingegen maximal halbherzig.
So ist es, aber das muss mann verstehen im falle des Rentners sind Person und Wohnort bekannt, von den Gaunern weiß mann dagegen nichts und mann müsste sie erst ermitteln. Das ist aber personal und zeitaufwändig also widmet mann sich der einfacheren Aufgabe (dem Rentner) und lässt die Gauner laufen. Danke lieber Länderfürsten das ihr die innere Sicherheit der schwarzen Null geopfert habt.
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