Rechtsextremes Netzwerk Weiterer Polizist in Hessen unter Verdacht

Das hessische Landeskriminalamt ermittelt gegen ein mutmaßliches rechtsextremes Netzwerk innerhalb der Frankfurter Polizei. Nun ist ein weiterer Fall bekannt geworden.

Polizisten (Archiv)
DPA

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Ein Beamter der hessischen Polizei soll interne Daten an ein bekennendes Mitglied einer Neonazivereinigung herausgegeben haben. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Damit steht bereits ein sechster Polizist in Hessen in Verdacht, über Verbindungen in dieses Milieu zu verfügen.

Das hessische Landeskriminalamt(LKA) hatte im Dezember bekannt gegeben, dass gegen fünf Frankfurter Polizisten ermittelt werde. Den inzwischen suspendierten Beamten wird zur Last gelegt, über ihre Mobiltelefone regelmäßig rechtsextremistische Inhalte ausgetauscht zu haben. Es soll sich um vier Männer und eine Frau handeln (mehr dazu lesen Sie hier).

Nun ist ein weiterer Polizist mit mutmaßlich rechtsextremen Verbindungen ins Visier von Ermittlern geraten. Laut "Süddeutscher Zeitung" handele es sich dabei um einen Beamten aus Osthessen. Ihm werde vorgeworfen, eine Bekannte aus der gewaltbereiten Neonazigruppe "Aryans" mit Daten versorgt zu haben. Das wurde in einem Prozess gegen zwei hessische "Aryans"-Mitglieder bekannt, der in Halle in Sachsen-Anhalt begonnen hat.

Laut dem SZ-Bericht soll sich das "Aryans"-Mitglied Martina H. über ihr Handy an den Beamten aus Osthessen gewandt haben. Demnach soll sie ihn zweimal darum gebeten haben, aus dem internen polizeilichen Informationssystem Daten für sie abzurufen. Der Polizist kam der Bitte offenbar nach - so der Stand der Ermittlungen. Um welche Informationen es sich genau handelt wurde bei dem Prozess in Halle nicht bekannt gegeben.

kmy

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