US-Bundesstaat Alabama Verurteilter Vergewaltiger und Mörder hingerichtet

Zum ersten Mal seit 2013 hat der amerikanische Bundesstaat Alabama einen Menschen hingerichtet: Um 18.38 Uhr wurde ein 44-jähriger Mörder für tot erklärt. Zum Einsatz kam auch ein umstrittenes Beruhigungsmittel.

Verurteilter Brooks in Alabama: "Ich hoffe, damit ist die Sache für alle geklärt"
AP/Alabama Department of Corrections

Verurteilter Brooks in Alabama: "Ich hoffe, damit ist die Sache für alle geklärt"


Nur einen Tag nach einer Hinrichtung in Texas ist auch im US-Bundesstaat Alabama ein verurteilter Mörder und Vergewaltiger per Giftspritze getötet worden: Christopher Brooks, 44, wurde um 18.38 Uhr Ortszeit für tot erklärt. Das sagte der Sprecher des Gefängnisses, Bob Horton. Der Einspruch des Verurteilten vor dem Supreme Court war kurz zuvor abgelehnt worden.

Brooks war 1993 für die Vergewaltigung und den Mord an einer 23-Jährigen zum Tode verurteilt worden. Nach Angaben des Gefängnissprechers verabschiedete sich Brooks nun mit den Worten: "Ich hoffe, damit ist die Sache für alle geklärt."

Horton zufolge handelt es sich um die erste Hinrichtung im Bundesstaat seit Juli 2013 - und die erste, bei der ein neues Gift zum Einsatz kam. Es ist aus drei unterschiedlichen Wirkstoffen zusammengesetzt, einer davon ist das umstrittene Beruhigungsmittel Midazolam.

Drei Todeskandidaten aus Oklahoma hatten gegen die Verwendung geklagt, nachdem es zu teils qualvollen Hinrichtungen gekommen war. Im Juni des vergangenen Jahres wies der Supreme Court die Klage jedoch zurück. Auch in Alabama argumentierten sechs Insassen, das Mittel führe zu einem qualvollen Sterben. Brooks war einer von ihnen.

Nach Angaben des amerikanischen Death Penalty Information Center wurden in den USA im vergangenen Jahr 28 Menschen hingerichtet. Das war die niedrigste Zahl seit 1991.

Hinrichtungen seit 1976

aar/Reuters/AP



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