Todesstrafe in Texas Kindsmörderin per Giftinjektion hingerichtet

In Texas ist eine 38-Jährige hingerichtet worden. Sie hatte das Kind ihrer Freundin zu Tode misshandelt. Seit 1976 sind in den USA fast 1400 Männer exekutiert worden. Lisa Coleman ist die 15. Frau.

Todeskandidatin Lisa Coleman: Die 15. Frau, die in den USA hingerichtet wurde
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Todeskandidatin Lisa Coleman: Die 15. Frau, die in den USA hingerichtet wurde


Huntsville - Mit einer tödlichen Injektion ist im US-Bundesstaat Texas eine wegen Mordes an dem Sohn ihrer Freundin verurteilte Frau hingerichtet worden. Lisa Coleman soll den damals neun Jahre alten Jungen, der zusammen mit seiner Mutter in Colemans Wohnung lebte, misshandelt haben. Sie ist die 15. Frau, die seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA im Jahr 1976 hingerichtet wurde. Seit damals wurden fast 1400 Männer exekutiert.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP lächelte Coleman, als sie in die Todeszelle geführt wurde und nickte den geladenen Zeugen zu, darunter Freunde und eine Tante von ihr. Sie sagte, sie liebe die anderen Frauen im Todestrakt des Gefängnisses und diese sollten "die Köpfe nicht hängen lassen". "Sagt ihnen, dass ich stark war. Gott ist gütig." Ihre letzten Worte waren: "Ich liebe euch alle." Nachdem die tödliche Dosis Gift in ihre Vene geflossen war, schloss sie laut AP die Augen und nahm mehrere kurze Atemzüge. Dann bewegte sie sich nicht mehr.

Davontae Williams, für dessen Tod sie verantwortlich gemacht wurde, wog bei seinem Tod im Jahr 2004 nur noch 16 Kilogramm und hatte mehr als 250 Wunden am ganzen Körper, darunter Verbrennungen, die von Zigaretten und Zigarren stammten. "Es gab keinen Zentimeter seines Körpers, der nicht verletzt oder vernarbt war", sagte Staatsanwalt Dixie Bersano.

Verletzungen an den Händen des Jungen ließen darauf schließen, dass er auch gefesselt worden war. Der Fall wurde deshalb als Kidnapping eingeordnet - und dafür darf in den USA die Todesstrafe verhängt werden.

Der Anwalt von Lisa Coleman argumentierte vor Gericht, die Frauen hätten das Kind nur als "erzieherische Maßnahme" gefesselt, und die Todesstrafe hätte gar nicht verhängt werden dürfen. Die Mutter des Kindes, Marcella Williams, konnte als Strafe lebenslange Haft aushandeln. Sie kann frühestens im Jahr 2044 auf vorzeitige Entlassung hoffen.

Erst vor wenigen Tagen war in Texas der verurteilte Doppelmörder Willie Trottie hingerichtet worden. Zuletzt war es bei Hinrichtungen in Oklahoma und Arizona zu grausamen Pannen gekommen, bei denen die Todeskandidaten mehr als eine Stunde lang Qualen litten.

vet/AP/Reuters



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