Todesstrafe in Texas Willie Trottie per Giftinjektion hingerichtet 

In Texas ist der verurteilte Doppelmörder Willie Trottie hingerichtet worden. Kurz vor seinem Tod hatte der 45-Jährige mit SPIEGEL ONLINE über seine Angst vor der Giftinjektion gesprochen.

Todeskandidat Willie Trottie (im Juli): "Ich hoffe, ihr könnt mir vergeben"
AP

Todeskandidat Willie Trottie (im Juli): "Ich hoffe, ihr könnt mir vergeben"


Huntsville - Mit einer tödlichen Injektion ist im US-Bundesstaat Texas der verurteilte Mörder Willie Trottie hingerichtet worden. Nach Überzeugung eines Gerichts hatte er vor mehr als zwanzig Jahren seine Frau und seinen Schwager erschossen.

Letzte Anträge, mit denen die Exekution womöglich zu verhindern gewesen wäre, lehnte der Oberste Gerichtshof der USA am Mittwochabend (Ortszeit) ab. Trotties Anwälte hatten argumentiert, er habe bei seinem Prozess keinen angemessen juristischen Beistand gehabt; außerdem zweifelten sie an der Wirksamkeit des verwendeten Gifts. Rund 90 Minuten nach der Ablehnung wurde das Todesurteil vollstreckt.

Zuletzt war es bei Hinrichtungen in Oklahoma und Arizona zu grausamen Pannen gekommen, bei denen die Todeskandidaten mehr als eine Stunde lang Qualen litten. Trottie hatte daraufhin im Video-Interview mit SPIEGEL ONLINE von einer Angst vor der Giftinjektion berichtet. "Sie experimentieren mit uns", sagte der 45-Jährige. Dennoch werde die Hinrichtung für ihn eine Erlösung sein - "weil sie den Druck von meinen Angehörigen nimmt."

(Das Video-Interview mit Willie Trottie finden Sie hier)

Unmittelbar vor seinem Tod wandte sich Trottie an die geladenen Zeugen. "Ich liebe euch alle", sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur AP. "Ich gehe nach Hause, ich werde beim Herrn sein. Ich hoffe, ihr könnt mir vergeben. Es tut mir leid."

Nachdem die tödliche Dosis Pentobarbital in seine Vene geflossen war, schloss Trottie laut AP die Augen und atmete ruhig. Nach einer Weile habe er sich nicht mehr bewegt. 22 Minuten nach dem Beginn der Injektion wurde er für tot erklärt.

Trottie hatte zugegeben, im Mai 1993 seine getrennt von ihm lebende Frau Barbara und deren Bruder Titus getötet zu haben. Es habe sich aber um Notwehr gehandelt. Die Anklage hingegen berief sich auf Morddrohungen, die Trottie zuvor gegen die Frau ausgesprochen hatte.

Die Hinrichtung Trotties war im Bundesstaat Texas die achte seit Jahresbeginn. Ein weiterer Todeskandidat starb am Mittwoch im US-Bundesstaat Missouri.

rls/AP



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