Protest gegen Giftspritze Georgia verschiebt erneut Hinrichtung von Warren Hill

Die Entscheidung kam zwei Stunden vor der geplanten Vollstreckung: Die Hinrichtung des geistig Behinderten Waren Hill ist zum zweiten Mal verschoben worden. Die Verteidigung hatte gegen die Verwendung einer Einzelsubstanz in der Giftspritze protestiert.


Hamburg - Die Hinrichtung des geistig Behinderten Warren Hill ist erneut verschoben worden. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaats Georgia stoppte am Montag die Exekution zwei Stunden vor der Ausführung wegen des Mittels, das in der Giftspritze verwendet werden sollte.

Die Richter bezweifeln, dass die Rechtmäßigkeit des Wechsels von drei Substanzen auf nur einen Wirkstoff in der Todesspritze durch Georgias Gesetze gedeckt ist. Eine niedrigere Instanz muss sich nun erneut mit dem Fall befassen.

Die Hinrichtung des 52-Jährigen war wegen der Änderung der Injektion bereits einmal um fünf Tage verschoben worden. Hill sollte der erste Verurteilte sein, der in Georgia allein mit Pentobarbital anstatt wie bisher mit einer Mischung aus drei Stoffen getötet wird.

Hill sitzt seit 21 Jahren im Todestrakt. Er war 1991 wegen der Ermordung eines Mithäftlings zum Tode verurteilt worden. Ursprünglich war er wegen der Tötung seiner Freundin ins Gefängnis gekommen. Ein Gnadengesuch wurde bereits abgelehnt. Die geplante Hinrichtung ist höchst umstritten, weil Hill laut mehreren Gutachten als geistig behindert gilt.

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte 2002 entschieden, dass geistig Behinderte nicht zum Tode verurteilt werden dürfen. Allerdings überließ das Gericht die Definition von geistiger Behinderung den Bundesstaaten. Ein Gericht in Georgia entschied, das Ausmaß der Behinderung Hills stehe nicht zweifelsfrei fest - und stimmte damit der Exekution zu.

In Texas wurde am Mittwoch trotz internationaler Proteste die Todesstrafe gegen einen mutmaßlich geistig behinderten Mann vollstreckt - mit Pentobarbital als einziger Substanz. Die USA haben seit längerem Probleme, die Substanzen für die Todesspritzen zu bekommen.

hut/AFP

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