Hochprozentiger Alkohol: Tschechien stoppt Export

23 Menschen starben: Nach der Vergiftungswelle mit gepanschtem Alkohol hat die tschechische Regierung mit sofortiger Wirkung alle Exporte von hochprozentigen Spirituosen verboten. Im Inland soll das Schnapsverbot hingegen gelockert werden.

Abgedecktes Schnaps-Regal in Prag: Das Verkaufsverbot soll gelockert werden Zur Großansicht
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Abgedecktes Schnaps-Regal in Prag: Das Verkaufsverbot soll gelockert werden

Prag - Nach der Vergiftungswelle mit gepanschtem Alkohol hat die tschechische Regierung alle Exporte von hochprozentigem Alkohol gestoppt - und reagiert damit auf den Druck der EU-Kommission, die zu dem Schritt gedrängt hatte. Die Notmaßnahme wurde nach einer Sondersitzung von Gesundheitsminister Leos Heger mit sofortiger Wirkung verkündete.

Ungeachtet neuer Vergiftungsfälle will die Regierung in Prag das Schnapsverbots im Inland hingegen wieder lockern. Bis Ende nächster Woche wird das Verkaufsverbot teilweise aufgehoben, wie das Kabinett in der Nacht auf Donnerstag beschloss. "Jeder Charge wird ein Protokoll eines staatlich anerkannten Labors beigefügt, das eine Stichprobe auf Methanol-Gehalt und giftige Rückstände geprüft hat", erläuterte Ministerpräsident Petr Necas die Einführung eines neuen Gütesiegels.

Seit Freitag galt in Tschechien wegen einer Vergiftungsserie ein striktes Verkaufsverbot für Getränke mit mehr als 20 Prozent Alkohol. 23 Menschen starben, weil sie mit Methanol gepanschten Alkohol getrunken hatten. Mehr als 30 Menschen kämpfen in Krankenhäusern weiter mit schweren Gesundheitsschäden.

Das Bundesverbraucherschutzministerium in Berlin warnte ausdrücklich vor dem Konsum einiger Spirituosen aus Tschechien. Spirituosen unklarer Herkunft sollten dort keinesfalls konsumiert werden, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.

lei/dpa

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