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Frau in NRW verletzt: Polizei fahndet nach Säure-Täter von Hövelhof

Die 39-jährige Frau aus Paderborn, die bei einem Säure-Attentat schwer verletzt wurde, ist außer Lebensgefahr. Sechs von sieben verletzten Helfern wurden aus dem Krankenhaus entlassen. Vom Täter hat die Polizei keine Spur.

Rettungskräfte am Tatort bei Paderborn: Auch mehrere Helfer durch Säure verletzt Zur Großansicht
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Rettungskräfte am Tatort bei Paderborn: Auch mehrere Helfer durch Säure verletzt

Hövelhof/Paderborn - Die Polizei in Nordrhein-Westfalen fahndet weiter nach einem Mann, der seine 39-jährige Ex-Freundin mit Säure verletzt haben soll. Das Opfer ist nicht mehr in Lebensgefahr, liegt aber weiterhin auf der Intensivstation. Das gab ein Polizeisprecher bekannt.

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 38-Jährigen. Er soll seiner Ex-Freundin am Donnerstagnachmittag vor deren Haustür in Hövelhof bei Paderborn aufgelauert und ihr eine ätzende Flüssigkeit ins Gesicht gekippt haben. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die die Staatsanwaltschaft Paderborn und die zuständige Mordkommission veröffentlichten.Um was es sich bei der Substanz handelte, ist bislang unklar. Die Chemikalie werde derzeit untersucht, ein Ergebnis sei jedoch nicht vor nächster Woche zu erwarten, so der Polizeisprecher.

Nach dem Täter wird nun bundesweit gefahndet. Allerdings gibt es laut Polizei noch keinerlei Erkenntnisse darüber, wo er sich aufhält. Möglich sei auch, dass der Mann sich ins Ausland abgesetzt habe.

Noch keine Angaben zur Person des Flüchtigen

Nach dem Anschlag war der mutmaßliche Täter in einem grauen Audi A 4 (Baujahr 1998) mit dem Kennzeichen PB-CA 792 geflüchtet. Über Namen und Aussehen des Mannes machten die Ermittler auf Nachfrage bislang keine Angaben. Es sei allerdings möglich, dass man sich auch mit diesen Informationen noch an die Öffentlichkeit wenden werde, sagte der Sprecher.

Nach dem Attentat waren Anwohner des Mehrfamilienhauses dem Opfer zur Hilfe geeilt; sie waren es auch, die den Notarzt riefen. Mit einem Rettungshubschrauber wurde die Frau in eine Spezialklinik in Bochum gebracht, wo sie noch am Abend operiert wurde. Laut Polizei hat sich ihr Zustand inzwischen wieder stabilisiert.

Zwei Nachbarn, die der Frau geholfen hatten, zogen sich laut Staatsanwaltschaft beim Kontakt mit der Säure Verletzungen zu; die Helferinnen kamen ebenfalls in Krankenhäuser. Auch vier Rettungssanitäter sowie der Notarzt wurden leicht verletzt und blieben zur Beobachtung über Nacht in einer Klinik. Am Freitagmorgen wurden sechs der sieben verletzten Helfer wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

Der Flüchtige ist laut Staatsanwaltschaft vorbestraft, er trägt möglicherweise ein Messer oder eine Schusswaffe bei sich. Bereits in der Vergangenheit fiel er wegen Gewaltdelikten auf.

Sollten Zeugen das gesuchte Auto entdecken, sollten sie auf keinen Fall Kontakt mit dem Mann aufnehmen, sondern den Notruf 110 wählen oder die Polizei in Paderborn informieren (Telefonnummer 05251-3060).

rls/las/dpa

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