Kriminalfall Höxter Ermittler identifizieren vier mutmaßliche Opfer

Die Verdächtigen im Fall Höxter sollen mindestens vier weitere Frauen gequält haben. So viele mutmaßliche Opfer haben Ermittler identifiziert. Zudem bekam die Polizei Dutzende Hinweise.

Tatort in Höxter-Bosseborn
DPA

Tatort in Höxter-Bosseborn


Nach den tödlichen Misshandlungen von Höxter weitet sich der Kreis betroffener Frauen aus. Die Ermittler konnten bislang deutschlandweit vier Frauen identifizieren, die von Angelika und Wilfried W. in den vergangenen Jahren misshandelt worden sein sollen. Man habe Kontakt zu den Opfern aufgenommen, teilte die Bielefelder Polizei mit.

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Heft 19/2016
37671 Höxter, Saatweg 6: Das Grauen von nebenan

Es könnte noch mehr Betroffene geben: Aus den Ermittlungen ergaben sich neue Hinweise auf weitere Misshandlungen. Die Identitäten dieser Frauen seien aber noch nicht abschließend geklärt, hieß es. Insgesamt gingen bislang etwa 50 telefonische Hinweise ein.

Unter den vier lebenden Frauen ist auch der Fall einer 51-Jährigen aus dem Großraum Berlin, über den die Polizei bereits in der vergangenen Woche informiert hatte. Von sich aus habe sich kein weiteres Opfer gemeldet, sagte eine Sprecherin.

Der 46 Jahre alte Beschuldigte hatte zusammen mit seiner 47 Jahre alten Ex-Frau jahrelang Frauen per Kontaktanzeige nach Höxter-Bosseborn gelockt. Auf dem Gehöft in Ostwestfalen sollen sie die Frauen gequält und körperlich misshandelt haben. Zwei Opfer aus Niedersachsen - Annika W. und Susanne F. - kamen dabei ums Leben.

Die Spurensuche auf dem Gehöft in Bosseborn ging zum Wochenanfang weiter. Die Räume müssten weiterhin leergeräumt werden. "Zum anderen können die Beamten jetzt gezielter Hinweisen aus den Vernehmungen nachgehen und konkret Spuren sichern", sagte die Polizeisprecherin.

In dem Haus der mutmaßlichen Täter wurden zwei Abschiedsbriefe gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass die Opfer zum Verfassen der Zeilen gezwungen wurden. Angelika W. hat in Vernehmungen ihren Ex-Mann schwer belastet. Die Leiche eines Opfers will sie weitgehend allein mit Beil und Säge zerkleinert und dann beseitigt haben.

Ermittler in Tschechien haben bislang keine Erkenntnisse, dass Frauen aus dem Land mit den mutmaßlichen Tätern in Kontakt standen. Es liegen laut einer Polizeisprecherin in Prag keine entsprechenden Anzeigen vor. Angelika und Wilfried W. sollen auch über Kontaktanzeigen in Tschechien nach Opfern gesucht haben.

Im Video: Ermittler-Erkenntnisse im Fall Höxter

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ulz/dpa

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