Höxter-Prozess Anklage lässt Vorwurf des vollendeten Mordes fallen

Angelika und Wilfried W. sollen in Höxter Frauen gequält haben, zwei von ihnen starben. Das Paar ist wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Doch von diesem Vorwurf rückt die Staatsanwaltschaft nun ab.

"Horrorhaus" von Höxter (Archiv)
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"Horrorhaus" von Höxter (Archiv)


Im Prozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter gibt es eine überraschende Wende: Der Staatsanwalt ist auch im Fall des zweiten Todesopfers vom Vorwurf eines vollendeten Mords durch Unterlassen abgerückt.

"Ich gehe im Fall von Anika W. nach dem Gutachten nur noch von einem versuchten Mord durch Unterlassen aus", sagte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer am Rande des Prozesses vor dem Landgericht Paderborn.

Zuvor hatte ein Gutachter erklärt, im Fall der 33 Jahre alten Anika W. aus Uslar lasse sich keine sichere Aussage zur Todesursache machen. Die Frau sei vermutlich aufgrund eines Schädelhirntraumas gestorben. Welche Verletzungen im Detail vorlagen, sei jedoch unklar. Bei seiner Beurteilung habe er sich lediglich auf Fotos und zwei Videos stützen können, da die Leiche verschwunden ist.

Strafmilderung möglich

Anika W. war 2014 nach monatelangen Misshandlungen auf den Kopf gestürzt und kurz darauf gestorben. Laut Gutachter war der körperliche Allgemeinzustand von Anika W. in Folge der Misshandlungen sehr schlecht. Seiner Einschätzung nach hätten auch medizinische Laien erkennen könne, dass die Frau nach dem Sturz in ein Krankenhaus gemusst hätte.

In der vergangenen Woche hatte Meyer bereits eingeräumt, auch beim Opfer Susanne F. sei der Nachweis eines vollendeten Mords durch Unterlassen nicht mehr zu führen. Diese neue Einschätzung könne eine Strafmilderung für die beiden Angeklagten zur Folge haben. "Ich gehe aber nicht davon aus, dass das der Fall sein wird", sagte der Oberstaatsanwalt.

Wilfried W. und seine Ex-Frau Angelika W. stehen vor dem Landgericht Paderborn, weil sie über Jahre hinweg mehrere Frauen in das Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben sollen. Zwei Frauen starben.

wit/dpa



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