Höxter-Prozess Opfer belastet mutmaßliches Folterpaar schwer

Angelika und Wilfried W. sollen in Höxter jahrelang Frauen gequält haben, zwei von ihnen starben. Nun sagte eine 52-Jährige vor Gericht aus, die überlebt hat.

Angeklagt: Wilfried und Angelika W.
DPA

Angeklagt: Wilfried und Angelika W.


Im Mordprozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter hat die Zeugin Christel P. den beiden Angeklagten schwere Vorwürfe gemacht. Die 52-Jährige berichtete vor dem Landgericht Paderborn, sie sei von Angelika und Wilfried W. immer wieder angegriffen worden. P. hatte bis Anfang 2012 mehrere Monate bei ihren mutmaßlichen Peinigern gelebt.

Über Jahre hinweg sollen Angelika und Wilfried W. mehrere Frauen in ihr Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Opfer starben. Die Anklage lautet auf Mord durch Unterlassen.

Die Zeugin berichtete, Angelika W. habe sie mit Pfefferspray besprüht. Wilfried W. habe ihr mit einer Schaufel vor den Kopf geschlagen. Beide Angeklagten hätten ihr mit dem Tod gedroht, sodass sie jahrelang vor einer Anzeige bei der Polizei zurückgeschreckt sei. Das Paar hatte Christel P. nach Hause zurückgeschickt.

Auf die Frage, wer von beiden die treibende Kraft gewesen sei, sagte P.: "Es waren beide zu gleichen Teilen." Vor Gericht hatten die Angeklagten sich gegenseitig schwer belastet.

sms/dpa



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