Oberfranken Polizei nimmt schwer bewaffneten "Reichsbürger" fest

Viele Waffen, mehr als 2000 Schuss Munition: Beamte haben in Oberfranken einen "Reichsbürger" festgenommen. Bayerns Innenminister veröffentlicht unterdessen neue Zahlen zu der Szene.


Die Polizei in Oberfranken hat einen schwer bewaffneten mutmaßlichen "Reichsbürger" festgenommen. Bei dem Einsatz habe der 61 Jahre alte Mann eine geladene scharfe Schusswaffe sowie eine Schreckschusswaffe bei sich geführt, teilten die Ermittler mit. In seiner Wohnung seien etliche Schusswaffen, darunter drei Langwaffen, und mehr als 2000 Schuss Munition gefunden worden.

Der nun in Untersuchungshaft sitzende Verdächtige ist laut Polizei nach einer Brandstiftung an einem Fahrzeug im vergangenen Oktober ins Visier der Ermittler geraten. Bei einer Durchsuchung in der vergangenen Woche habe sich der Verdacht der Brandstiftung erhärtet.

Deshalb sei er nun festgenommen worden - laut Polizei ohne Widerstand zu leisten. Der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Reichsbürger laute auf Brandstiftung, Verstoß gegen das Waffengesetz und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

3850 Reichsbürger in Bayern

Jeder vierte identifizierte "Reichsbürger" in Deutschland lebt in Bayern. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung hervor, die Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vorgestellt hat. Demnach leben 3850 der bundesweit rund 15.000 "Reichsbürger" im Freistaat.

Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hatte die Zahl der "Reichsbürger" im Januar bundesweit mit 16.500 Menschen angegeben - darunter 900 Rechtsextremisten. Rund tausend "Reichsbürger" verfügen laut Maaßen ganz legal über Waffen.

Die sogenannten Reichsbürger sind eine in Kleingruppen zersplitterte Szene, die die Bundesrepublik, ihre Institutionen und Gesetze nicht anerkennt. Für viele von ihnen besteht das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 fort.

jpz/AFP/dpa



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