Holocaust SS-Helfer Jakiw Palij bleibt straffrei

US-Präsident Trump ließ sich kürzlich dafür feiern, einen Helfer der SS beim Holocaust nach Deutschland abgeschoben zu haben. Nun stellt sich nach SPIEGEL-Informationen heraus: Der Mann wird nie verurteilt werden.

Jakiw Palij (im August 2018 in New York)
AP

Jakiw Palij (im August 2018 in New York)


Der ehemalige SS-Oberwachmann Jakiw Palij, 95, wird nach Informationen des SPIEGEL straffrei bleiben. Der ursprünglich aus der heutigen Ukraine stammende Mann wurde weltweit bekannt, als US-Präsident Donald Trump ihn Ende August in die Bundesrepublik abschieben ließ, begleitet von einer Medienoffensive des Weißen Hauses.

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Palij steht im Verdacht, am Holocaust beteiligt gewesen zu sein. Er war 1949 in die USA ausgewandert. Die Staatsanwaltschaft Würzburg hatte in Palijs Abwesenheit ein Verfahren gegen ihn eröffnet und 2016 eingestellt.

Nach Palijs Einreise in Deutschland hatten der Zentralrat der Juden in Deutschland und andere gefordert, diese Entscheidung zu korrigieren. Das lehnt die Staatsanwaltschaft nun ab: "Die Prüfung aller im Zusammenhang mit der Person des Beschuldigten oder dessen Einreise nach Deutschland mitgeteilten oder bekannt gewordenen Erkenntnisse hat weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht Anlass gegeben, von der bereits erfolgten Verfahrenseinstellung abzuweichen."

Die deutschen Besatzer hatten 1943 den damals 19-jährigen Palij rekrutiert. Der Bauernsohn kam zu den "Trawniki", einer überwiegend aus Ukrainern und Volksdeutschen bestehenden Gruppe, die der SS beim Holocaust half. Palij behauptet, er habe nur nachts auf Straßen und Brücken patrouilliert. Diese Version konnte lediglich in Ansätzen erschüttert werden.

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