Holzklotz-Wurf Polizei nimmt konkrete Verdächtige ins Visier

Fast immer entkommen Autobahnattentäter unerkannt. Doch im Fall der bei Oldenburg getöteten Beifahrerin könnte es anders kommen: Nach einem Aufruf im Fernsehen geht die Polizei Hunderten von Hinweisen nach. Einige Anrufer sollen sogar konkrete Personen genannt haben.


Oldenburg - Bereits eine Stunde nach Ende der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" konnten rund 200 Anrufe verbucht werden, bis heute stieg die Zahl auf 350. "Der Druck auf die Täter steigt ", sagte Polizeisprecher Sascha Weiß. Einige Anrufer hätten bereits konkrete Personen genannt. Jetzt sollen die Hinweise nach und nach überprüft werden. Die Polizei verstärkte die Sonderkommission "Brücke" - jetzt suchen 27 Beamte mit Hochdruck nach den Tätern.

Das Phantombild wurde am Mittwoch auch im Regionalprogramm von Sat.1 gezeigt und in der Stadt Oldenburg verteilt. Auf dem Bild zu sehen ist eine Gruppe Jugendlicher im Alter zwischen 16 und 20 Jahren, die zum Tatzeitpunkt von Zeugen auf der Brücke über der Autobahn 29 in Oldenburg gesehen wurde. Von dieser Brücke war am Ostersonntag der Holzklotz geworfen worden, der eine 33 Jahre alte Frau aus Nordrhein-Westfalen vor den Augen ihrer Familie auf dem Beifahrersitz erschlug.

Bei dem Tatwerkzeug handelt es sich dem Landeskriminalamt in Hannover zufolge um einen verwitterten, sechs Kilogramm schweren Klotz aus abgelagertem Pappelholz, mit einem Durchmesser von 18 Zentimetern.

Pappelholz werde häufig als Anzündholz für den Kamin genutzt, sagte Lothar Zierke vom LKA Niedersachsen SPIEGEL ONLINE. "Wir suchen derzeit nach DNA-Material und Mikrofaserspuren, die an dem Klotz haften könnten", so der Sprecher. Auch nach Fingerabdrücken werde man forschen - diese zu finden, sei aber eher "unrealistisch", so Zierke.

ala/dpa



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