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Urteil: US-Gericht hebt Verbot der Homo-Ehe in weiteren Bundesstaaten auf

Ein US-Bundesgericht hat das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in zwei weiteren Bundesstaaten aufgehoben. Das geltende Gesetz sei diskriminierend, so die Begründung.

Nach dem Urteil ein Selfie: Aktivisten feiern die Entscheidung des US-Gerichts Zur Großansicht
REUTERS

Nach dem Urteil ein Selfie: Aktivisten feiern die Entscheidung des US-Gerichts

San Francisco - Ein Berufungsgericht in San Francisco hat das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in den US-Bundesstaaten Idaho und Nevada aufgehoben. Die Begründung: Das geltende Gesetz stelle eine "unzulässige Diskriminierung" dar.

Zwar bezieht sich das Urteil nicht direkt auf Alaska, Arizona und Montana. Allerdings fallen diese Bundesstaaten in den Zuständigkeitsbereich des Gerichts. Daher werden wohl künftig auch in diesen drei Staaten gleichgeschlechtliche Paare heiraten können. Damit erhöht sich die Zahl der US-Bundesstaaten, in denen die sogenannte Homo-Ehe zulässig ist, auf bis zu 35.

"Wir sind auf Wolke sieben!", sagte Mary Baranovich, eine Klägerin aus Carson City in Nevada. Jetzt könne sie endlich ihre Lebenspartnerin heiraten, mit der sie drei Kinder großgezogen habe. Auch Ty Carson und ihre Freundin Becky McGavin sind seit vielen Jahren zusammen. "Das ist mehr, als ich mir erträumt hatte", sagte Carson. "Ich werde mir Becky schnappen, damit wir so schnell wie möglich heiraten können."

Auch Homosexuellen-Aktivisten begrüßten das Urteil. "Alle Amerikaner verdienen das Recht, den Menschen zu heiraten, den sie lieben", erklärte Sarah Warbelow von der Organisation Human Rights Campaign (HRC).

"Schwule und lesbische Paare in Nevada werden sich jetzt nicht mehr sagen lassen müssen, dass ihre Beziehungen weniger wert sind als die von heterosexuellen Paaren", sagte der demokratische Senator Harry Reid. Der republikanische Gouverneur von Nevada, Brian Sandoval, erklärte, man respektiere die Entscheidung.

Am Montag hatte das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten es abgelehnt, über die Rechtmäßigkeit der Homo-Ehe in allen 50 Bundesstaaten zu befinden und eine Grundsatzentscheidung verschoben. Fünf US-Bundesstaaten hatten um Klärung gebeten, nachdem ein in ihren Verfassungen verankertes Verbot von Bundesberufungsgerichten kassiert worden war. Mit der Entscheidung des Supreme Court, die fünf Fälle aus Indiana, Utah, Virginia, Wisconsin und Oklahoma nicht zu hören, haben dort die Urteile aus niedrigerer Instanz zur Aufhebung des Verbots der Homo-Ehe Bestand.

Auf Bundesebene hatte der Oberste Gerichtshof im Juni 2013 ein Gesetz gekippt, dass die Ehe als Zusammenschluss zwischen Mann und Frau definierte. Das sogenannte Gesetz zum Schutz der Ehe (Defense of Marriage Act) aus dem Jahr 1996 hatte festgelegt, dass nur heterosexuelle Ehepartner Vorteile bei Steuern oder Erbschaften erhalten dürfen.

Vor einer Grundsatzentscheidung, die den Weg für die gleichgeschlechtliche Ehe in allen Bundesstaaten ebnen würde, scheute der Supreme Court aber auch damals zurück.

ala/dpa/Reuters

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