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Diskriminierung: Haft für Ägypter wegen angeblicher Schwulenhochzeit

Haft für Homosexuelle in Ägypten: Empörende Folge einer Feier auf dem Nil Zur Großansicht
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Haft für Homosexuelle in Ägypten: Empörende Folge einer Feier auf dem Nil

Es ist ein hochgradig diskriminierendes Urteil: Acht Ägypter müssen wegen einer angeblichen Schwulenhochzeit drei Jahre lang ins Gefängnis. Ein Video von einer Feier auf einem Nilboot wurde ihnen zum Verhängnis.

Kairo - In Ägypten mussten sich acht Männer wegen eines Videos vor Gericht verantworten. Darauf soll angeblich zu sehen sein, wie sie eine Schwulenhochzeit feiern. Deshalb wurden sie im vergangenen Monat festgenommen - und jetzt zu drei Jahren Haft verurteilt: wegen "Anstachelung zu unsittlichem Verhalten". Drei weitere Jahre Haft wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Das Urteil basiert auf dem umstrittenen Video, das im Internet für Aufsehen gesorgt hatte. Es wurde auf einem Ausflugsboot auf dem Nil aufgenommen und zeigt zwei Männer, die sich küssen, Ringe austauschen und einen Kuchen mit einem Bild von sich anschneiden.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wurde das Video auf einer Schwulen-Hochzeit gedreht und illegal veröffentlicht. Einer der Verurteilten hatte dagegen in einer Fernsehtalkshow beteuert, das Video zeige eine Geburtstagsfeier. Nach dem Richterspruch betonte die Verteidigung, die Mandanten seien nicht schwul. Einer der Anwälte warf dem Gericht vor, es habe dem Druck der Öffentlichkeit nachgegeben.

In Ägypten werden Homosexuelle immer wieder wegen angeblicher Straftatbestände verurteilt. Dabei ziehen die Richter auch Begründungen wie "Verhöhnung der Religion" oder "gegen den Islam verstoßende Sexualpraktiken" heran. Im April wurden vier Männer zu langen Haftstrafen verurteilt, weil sie nach Darstellung der Anklage "abartige Partys" gefeiert und Frauenkleidung getragen hatten.

Der Fall sorgte für große Empörung. Erst Anfang September hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) die ägyptischen Behörden aufgefordert, insgesamt sieben Männer freizulassen, die ebenfalls wegen "Anstachelung zu unsittlichem Verhalten" zu Haftstrafen verurteilt worden waren. Ihre Verhaftung sei ein Fall von vielen, in denen die Justiz in Ägypten Männer aufgrund eines Verdachts auf homosexuelles Verhalten verfolgt hätten, teilte die Organisation mit. Die "Verhaftungen stellen einen weiteren Angriff auf grundlegende Menschenrechte dar", sagte aus diesem Anlass eine HRW-Sprecherin, sie "spiegeln die wachsende Missachtung der ägyptischen Regierung für die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit wider".

bos/AFP/dpa

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