"Horrorhaus von Jersey" Polizei entdeckt fünf verstümmelte Kinderleichen

Britische Medien nennen es "das Horrorhaus von Jersey": In dem ehemaligen Erziehungsheim sollen Hunderte Mädchen und Jungen missbraucht worden sein. Jetzt fand die Polizei dort die Überreste von fünf Kindern - alle verstümmelt, verbrannt, mit Narben übersät.


London - Bei ihrer Arbeit in dem 1986 stillgelegten Gebäudekomplex auf der britischen Kanalinsel Jersey fördern die Ermittler Entsetzliches zu Tage: Sie fanden Milchzähne, Knochen eines Kinderbeins, eines Ohrs.

Jetzt machten die Forensiker einen Fund, der am deutlichsten belegt, dass im Erziehungsheim "Haut de la Garenne" Furchtbares geschehen sein muss: Sie entdeckten die Überreste von fünf Kindern - alle verstümmelt, verbrannt, von Narben übersät. Die Mädchen und Jungen waren zwischen vier und elf Jahre alt.

Es werde sich schwierig gestalten, die Knochen und Zähne zu datieren, sagte Vize-Polizeichef Lenny Harper der BBC. Doch ohne genauere Eingrenzung des Tatzeitraumes lasse sich auch keine Mordanklage erheben: "Am Ende könnten einfach nicht genug Beweise vorhanden sein, um eine Mordanklage zu stützen", sagte Harper.

"Haute de la Garenne" steht im Mittelpunkt eines der größten Fälle von Kindesmissbrauch in Großbritannien: Bislang haben sich mehr als hundert frühere Bewohner gemeldet und von Misshandlungen und Missbrauch berichtet.

In vier Kellerräumen des Gebäudes, die von ehemaligen Heimbewohnern als "Strafkammern" bezeichnet wurden, fand die Polizei ein blutiges Bad, Fesseln und 26 Kinderzähne. Drei Männer wurden wegen sexuellen Missbrauchs zwischen 1969 und 1980 angeklagt.

Das 1867 eröffnete Kinderheim auf der zwischen Frankreich und Großbritannien liegenden Kanalinsel wurde 1986 geschlossen, das Gebäude anschließend renoviert. Es wurde 2004 als Jugendherberge wiedereröffnet.

pad/AP/AFP



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