Messerattacke in Badeort Zwei deutsche Frauen in Ägypten getötet

Ein Mann hat in dem ägyptischen Badeort Hurghada Touristen mit einem Messer attackiert. Dabei wurden nach Angaben des Auswärtigen Amts zwei Urlauberinnen aus Deutschland getötet.


In Ägypten hat ein Angreifer in einer Hotelanlage in dem beliebten Urlaubsort Hurghada am Roten Meer zwei deutsche Frauen mit einem Messer getötet. Das berichtete der ägyptische Staatliche Informationsservice (SIS). Demnach könnten die Getöteten in Hurghada gearbeitet haben. Dies werde bei den weiteren Ermittlungen berücksichtigt werden, so der SIS.

Der Mann hatte offenbar am Strand eines Hotels eine Gruppe von Touristen angegriffen. Zunächst war unklar, woher die Opfer stammen. Später bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin: Bei den getöteten Frauen handelt es sich um zwei Deutsche. "Wir haben nunmehr die traurige Gewissheit, dass zwei deutsche Urlauberinnen bei dem Angriff in Hurghada ums Leben gekommen sind", sagte eine Ministeriumssprecherin am Samstag. Nach allem, was bislang bekannt sei, sollte die Tat gezielt ausländische Touristen treffen.

Die Identität der Verletzten war noch nicht endgültig geklärt. Die Agentur Interfax berichtete von einer russischen Frau und berief sich dabei auf das Konsulat. Das tschechische Außenministerium bestätigte, dass eine 36 Jahre alte tschechische Touristin bei der Messerattacke am Bein verletzt worden sei. Sie schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

"Bleib weg, ich will keine Ägypter"

Der Angreifer ist offenbar von einem öffentlichen Bereich aus an den Hotelstrand geschwommen, hieß es in einer Erklärung des ägyptischen Innenministeriums.

Die ägyptische Nachrichtenseite "Al-Masry Al-Youm" zitierte den Manager des Hotels El Palacio. Demnach soll der Angreifer zuvor an einem benachbarten Hotelstrand Urlauber attackiert haben, bevor er zum Strand seiner Anlage weitergeschwommen sei. Er soll schließlich von Sicherheitsleuten und Gästen überwältigt und umgehend festgenommen worden sein.

Ein Sicherheitsangestellter sagte, der Angreifer sei um die zwanzig Jahre alt und habe gezielt Ausländer angegriffen. "Bleib weg, ich will keine Ägypter", soll der Mann während seiner Attacke gerufen haben.

Hurghada ist neben Scharm al-Scheich das größte ägyptische Touristenzentrum am Roten Meer. Seit den Achtzigerjahren sind mehr als 250 Hotelanlagen in dem früheren Fischerdorf entstanden. Die Ferienregion ist auch bei deutschen Urlaubern beliebt.

koe/beb/dpa/AFP/Reuters

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