"Ich bin eine Bombe"-Shirt Gericht verurteilt Mutter des kleinen Jihad

"Ich bin eine Bombe": Mit diesem T-Shirt schickte eine Mutter in Frankreich ihren dreijährigen Sohn Jihad in den Kindergarten. Im Berufungsverfahren sind die Frau und ihr Bruder nun zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Gericht verhängte zudem Geldbußen.


Hamburg - Ein Gericht im französischen Nîmes hat die Mutter und den Onkel eines kleinen Jungen namens Jihad verurteilt, der im Kindergarten ein T-Shirt mit der Aufschrift "Ich bin eine Bombe" trug. Das Gericht verhängte gegen die Mutter eine einmonatige, gegen den Onkel eine zweimonatige Bewährungsstrafe.

Außerdem muss die Mutter des Dreijährigen 2000 Euro Geldbuße zahlen, der Onkel 4000 Euro. Er hatte das T-Shirt gekauft.

Der kleine Jihad war im Kindergarten mit einem T-Shirt erschienen, auf dem vorne "Ich bin eine Bombe" und hinten "Jihad, geboren am 11. September" stand. Der 35-jährigen Mutter und dem 29-jährigen Onkel wurde Verherrlichung der islamistischen Terroranschläge vom 11. September 2001 zur Last gelegt. In erster Instanz waren sie noch freigesprochen worden, die Staatsanwaltschaft hatte jedoch Rechtsmittel eingelegt.

Die Angeklagten hatten die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen und von einem Missverständnis gesprochen. "Für mich ist das sein Vorname und sein Geburtsdatum", sagte die Mutter. Sie habe nicht weiter über die Aufschrift des T-Shirts nachgedacht.

Die Anwältin der Mutter hatte im ersten Prozess argumentiert, ihre Mandantin müsse sich Tag für Tag durchschlagen, um ihr Kind aufzuziehen. Sie habe anderes zu tun, als Verbrechen zu verherrlichen.

hut/AFP/dpa



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