Ikea-Anschlag in Dresden: Ermittler setzen Spürhunde ein

Wer deponierte in der Dresdner Ikea-Filiale den Sprengsatz, der kurz vor Pfingsten explodierte? Die Polizei erhielt viele Hinweise, doch der entscheidende war noch nicht dabei. Nun holen sich die Ermittler Hilfe von Spürhunden.

Anschlag auf Ikea-Haus: Hunde sollen Täter auf die Spur kommen Fotos
DPA

Hamburg - Bei der Suche nach dem Dresdner Ikea-Bombenleger setzen die Ermittler nun auch auf die Hilfe von Spürhunden. Fünf sogenannte Mantrailing-Hunde verfolgten am Dienstag in dem Möbelhaus und rund um das Einkaufszentrum Elbepark mögliche Spuren des mutmaßlichen Täters, wie eine Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA) sagte.

Am Freitag vor Pfingsten war in der Küchenabteilung der Dresdner Ikea-Filiale ein Sprengsatz explodiert. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Seitdem gingen bei den Ermittlern nach eigenen Angaben 41 Hinweise ein. Der entscheidende Tipp, der zur schnellen Ergreifung des Täters führe, sei aber vermutlich nicht dabei, sagte die Sprecherin weiter.

Die speziell ausgebildeten Hunde und ihre Führer seien für drei Tage aus Nordrhein-Westfalen angefordert worden. Ziel des Einsatzes sei unter anderem, den Fluchtweg des Verdächtigen zu ermitteln.

Der Einsatz, an dem auch 25 Polizisten beteiligt waren, hatte am Vormittag in der Dresdner Filiale des Möbelhauses begonnen. Den Hunden seien ein Handy und weitere Teile des Sprengsatzes unter die Nase gehalten worden, erklärte die Sprecherin. Dabei handele es sich um Gegenstände, die der mutmaßliche Täter in der Hand gehabt haben soll. Über die Geruchsprobe sollten die Personenspürhunde der Fährte folgen. Die im Lauf des Tages gesammelten Hinweise würden nun ausgewertet, hieß es.

Einsatz erst zweieinhalb Wochen nach dem Anschlag

Die Hunde sind laut Polizei speziell dafür ausgebildet, auch nach langer Zeit noch Geruchsspuren folgen zu können. Dass mit ihrem Einsatz erst jetzt, zweieinhalb Wochen nach der Explosion, begonnen worden sei, liege unter anderem daran, dass sie erst angefordert werden mussten. "Es war der frühestmögliche Zeitpunkt, sie einzusetzen", erklärte die Sprecherin. Ob die Suche erfolgreich sei, hänge von der Leistungsfähigkeit der Tiere bei den hohen Temperaturen und von der Stärke der Spur ab.

Zu mehreren Bekennerschreiben, die nach der Explosion bei Ikea und beim LKA eingegangen waren, wollte sich die Sprecherin aus ermittlungstaktischen Gründen weiterhin nicht äußern.

Vor der Explosion in Dresden hatte es Ende Mai ähnliche Vorfälle in den Niederlanden, Frankreich und Belgien gegeben. Im belgischen Gent, im niederländischen Eindhoven und im französischen Lomme explodierten fast zeitgleich mehrere Sprengsätze in Ikea-Filialen. Die Ermittler des sächsischen LKA schließen einen Zusammenhang mit diesen Fällen nicht aus. Der schwedische Konzern hat als Konsequenz die Sicherheitsmaßnahmen in allen europäischen Filialen verschärft.

bim/dpa/AFP/dapd

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