Illegale Abtreibungen Bestatter versteckte 2000 Babyleichen in Tempel

Rund 2000 illegal abgetriebene Föten hat ein thailändischer Bestatter in einem Tempel in Bangkok aufbewahrt. Der Fund schockierte die Öffentlichkeit des Landes - nun wurde der Mann zu 20 Jahren Haft verurteilt.


Bangkok - Ein thailändischer Bestatter muss für 20 Jahre ins Gefängnis - weil er in einem Tempel in Bangkok mehr als 2000 illegal abgetriebene Föten versteckte. Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, erhielt der 38-Jährige jeweils eine zehnjährige Haftstrafe für die beiden Anklagepunkte: das Verstecken der Leichen und die Unterstützung illegaler Abtreibungskliniken.

Die toten Föten waren im November in Plastiktüten verpackt in dem Leichenkühlraum eines buddhistischen Tempels in der thailändischen Hauptstadt Bangkok entdeckt worden, wo der Verurteilte arbeitete. Dort wurden sie bis zu ihrer Verbrennung aufbewahrt. Da das Krematorium des Tempels aber defekt war, sammelten sich während der Reparaturarbeiten die Leichen in den drei Lagerräumen des Tempels. Der Prozess gegen einen weiteren Verdächtigen in dem Fall wurde vertagt.

Der Fund der Leichen lenkte die Aufmerksamkeit auf das Ausmaß illegaler Abtreibungen in Thailand und löste eine öffentliche Debatte aus. Während die Regierung ein Sexverbot für Mädchen unter 20 vorschlug, regten Abgeordnete eine Lockerung der restriktiven Gesetze an. Bisher sind Abtreibungen in Thailand nur nach Vergewaltigungen zulässig - oder wenn die Geburt die Gesundheit der Mutter gefährdet.

Unabhängigen Experten zufolge zwingt die Gesetzgebung jährlich 400.000 Frauen zu Abtreibungen unter unhygienischen Bedingungen und ohne angemessene medizinische Betreuung - unter ihnen bis zu 15 Prozent Minderjährige.

wit/AFP

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