In der U-Bahn Junge Frauen treten Helfer zusammen

Er mischte sich in ihren Streit ein und wurde deshalb zusammengeschlagen: Drei junge Frauen haben in der Frankfurter U-Bahn einen Mann schwer verletzt. Keiner der anderen Fahrgäste kam ihm zu Hilfe.


Frankfurt/Main - Der 51-Jährige hatte am Mittwochabend versucht, in der Frankfurter U-Bahn einen Streit zwischen drei jungen Frauen und einem anderen Fahrgast zu schlichten. Daraufhin wandten sich die angetrunkenen 17 bis 19 Jahre alten Frauen gemeinsam gegen ihn und stießen ihn an der nächsten Station aus dem Waggon. Laut Polizei stürzte der Mann mit dem Kopf gegen einen Mülleimer. Als ihr Opfer schon am Boden lag, traten seine Peinigerinnen ihn brutal gegen Oberkörper und Kopf. Erst als der Zugführer dazukam, ließen die jungen Frauen von ihrem Opfer ab.

Obwohl in der Bahn und auf dem Bahnsteig viele Menschen den Angriff mitbekamen, schritt niemand ein. Eine Frau, die vergeblich Umstehende um Hilfe gebeten hatte, rief schließlich per Notruf die Polizei. Die Täterinnen wurden wenig später festgenommen. Alle hatten laut Polizei Alkohol getrunken und sind bereits wegen Körperverletzung und Drogendelikten aktenkundig.

In München haben erneut zwei jugendliche Schläger ein Pärchen in der U-Bahn angegriffen. Ein 21-jähriger Student wurde dabei verletzt, wie die Polizei am Donnerstag berichtete. Zunächst kam es bei dem Vorfall am Dienstag auf der Fahrt zwischen dem Ostbahnhof und Neuperlach zu einem Streit zwischen den vier Fahrgästen. In der U-Bahn verpasste einer der Täter dem 21-Jährigen eine Ohrfeige. Anschließend wurde das Pärchen von den beiden jungen Männern an der Haltestelle Neuperlach-Zentrum angegriffen. Die Polizei konnte die 19 und 16 Jahre alten mutmaßlichen Täter festnehmen. Gegen beide erging Haftbefehl.

Am vergangenen Wochenende wurde in Bayern ebenfalls ein Mann von Jugendlichen zusammengeschlagen. Der 36-Jährige war in Landshut dazwischengegangen, als sich in einer Gruppe von rund zehn jungen Leuten ein Handgemenge entwickelte. Daraufhin wurde dem Helfer ein Faustschlag ins Gesicht verpasst, ein 17-Jähriger soll mit dem Knie zweimal gegen den Kopf des am Boden liegenden Mannes getreten haben.

Vor knapp einem Monat war in München in einer ähnlichen Situation der Geschäftsmann Dominik Brunner am S-Bahnhof Solln totgeprügelt worden. Brunner hatte sich schützend vor vier Teenager gestellt, die von Heranwachsenden bedroht wurden. Daraufhin war er von den beiden Angreifern mit Schlägen und Tritten getötet worden.

cat/dpa/AP/ddp



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