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Gewalt in Indien: Vier Männer sollen 17-Jährige bei lebendigem Leib verbrannt haben

Eine 17-Jährige ist in Indien ihren schweren Brandverletzungen erlegen. Vier Männer werden verdächtigt, sie überfallen, mit Kerosin übergossen und angezündet zu haben. Einer der Täter soll der Schülerin seit Monaten nachgestellt haben.

Protest in Uttar Pradesh: Immer wieder kommt es in dem Bundesstaat zu Übergriffen auf Frauen Zur Großansicht
AP/dpa

Protest in Uttar Pradesh: Immer wieder kommt es in dem Bundesstaat zu Übergriffen auf Frauen

Lucknow - Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh ist es erneut zu einem heftigen Gewaltexzess gekommen, dem ein junges Mädchen zum Opfer gefallen ist. Eine 17-Jährige soll von vier Männern überfallen, mit Kerosin übergossen und dann angezündet worden sein.

Der Angriff ereignete sich am Samstagabend, als die junge Frau kurz das Haus verließ, um ihre Notdurft zu verrichten. Die Familie hat wie viele andere in Indien keine eigene Toilette.

Ihre verzweifelten Schreie hätten Bewohner des Dorfes Auraiya auf den Plan gerufen, berichteten indische Zeitungen. Noch kurz bevor sie im Krankenhaus starb, soll die junge Frau den Eltern gesagt haben, dass unter den vier Angreifern auch ihr Nachbar gewesen sein. Sie habe seine Stimme erkannt, berichtete die "Hindustan Times".

Der Mann wird verdächtigt, das Mädchen schon lange verfolgt und belästigt zu haben. Eine Freundin des Opfers bestätigte dies und erklärte, vor lauter Angst sei die 17-Jährige nicht mehr in die Schule gegangen.

Der Vater des Opfers, ein Bauer, sagte der Polizei, der Nachbar habe seine Tochter bereits im vergangenen Monat auf einem Feld angegriffen. Die Familie habe damals Anzeige erstattet, sich aber dann auf einen Kompromiss geeinigt.

"Hätte ich gewusst, dass er meine Tochter töten würde, hätte ich niemals meine Anzeige zurückgezogen", sagte der Vater nach der Tat laut "Hindustan Times". "Ich sah, wie sie sich völlig verbrannt in unerträglichen Schmerzen auf dem Boden wälzte. Ich werde den Mann nicht ungestraft davonkommen lassen."

Gegen die vier Männer wird nun ermittelt. Ihr mutmaßlicher Anführer sei flüchtig, sagte ein Polizeisprecher. Das Dorf liegt 160 Kilometer von Lucknow, der Hauptstadt Uttar Pradeshs, entfernt.

In Indien wird intensiv über die Misshandlung von Frauen diskutiert, seitdem im Dezember 2012 eine junge Studentin in der Hauptstadt Neu-Delhi an den Folgen einer brutalen Gruppenvergewaltigung starb.

Auch im dicht bevölkerten Bundesstaat Uttar Pradesh kommt es immer wieder zu brutalen Übergriffen. Die regierende Samajwadi Partei war im April heftig kritisiert worden, nachdem deren Vorsitzender Mulayam Singh Yadav im Zusammenhang mit Vergewaltigungen erklärt hatte: "Jungs sind nun mal Jungs, sie machen Fehler."

ala/AFP

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