Rache für rassistische Schikane Frau soll Dutzende Verwandte vergiftet haben

Fünf Gäste tot, fast 90 im Krankenhaus: Eine junge Frau hat bei einer Familienfeier in Indien offenbar das Essen vergiftet - um sich an ihrem Mann und dessen Angehörigen zu rächen.


Im indischen Bundesstaat Maharashtra hat eine junge Frau Ermittlern zufolge mehr als 90 Verwandte vergiftet. Die 23-Jährige hat der "Hindustan Times" zufolge gestanden, bei einem Festmahl den Speisen ein Gift beigemischt zu haben, das normalerweise zur Tötung von Schlangen eingesetzt wird.

Pradnya S. habe ihren Ehemann und ihre Schwiegereltern mit dem Pulver töten wollen, teilte die Polizei lokalen Berichten zufolge mit. Sie habe sich so dafür rächen wollen, immer wieder wegen ihrer Hautfarbe und angeblich mangelnder Kochkünste schikaniert worden zu sein.

"Pradnya behauptet, dass sie seit ihrer Eheschließung vor zwei Jahren regelmäßig wegen ihres dunklen Teints beleidigt und außerdem beschuldigt wurde, nicht gut kochen zu können", sagte ein Oberinspektor der Polizeiwache in Khalapur, etwa 70 Kilometer südöstlich vom Mumbai, der "Hindustan Times".

Demnach hatte die Schwiegermutter der Tatverdächtigen am Montag vergangener Woche mehr als 120 Gäste zu einem Festessen eingeladen. Nach wenigen Stunden klagten die ersten über Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Etwa 88 Menschen wurden schließlich ins Krankenhaus eingeliefert.

Drei Kinder und zwei Erwachsene starben, wie die "Times of India" berichtet. Unter den Todesopfern ist jedoch keiner jener Verwandten, denen der Giftanschlag gegolten haben soll. Laut Polizei waren nur solche Gäste betroffen, die zwischen 16.30 und 18 Uhr gegessen hatten. Der Ehemann, dessen Eltern und weitere Angehörige hatten jedoch schon früher ihre Mahlzeiten beendet.


Anmerkung: Im einer früheren Version dieses Textes hieß es, dem Essen sei Schlangengift beigemischt worden. Es handelte sich jedoch um Gift zur Bekämpfung von Schlangen. Wir haben die Beschreibung präzisiert.

mxw

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