Selbstjustiz in Indien Aufgebrachte Menge lyncht mutmaßlichen Vergewaltiger

In Indien haben Tausende Menschen ein Gefängnis gestürmt. Der wütende Mob schleifte einen mutmaßlichen Vergewaltiger durch die Straßen der Stadt Dimapur, bewarf ihn mit Steinen - und prügelte den Mann zu Tode.

Wütender Mob in Dimapur: Mutmaßlicher Vergewaltiger zu Tode geprügelt
AP

Wütender Mob in Dimapur: Mutmaßlicher Vergewaltiger zu Tode geprügelt


Neu-Delhi - Ein äußerst brutaler Fall von Selbstjustiz erschüttert Indien. In Dimapur im Bundesstaat Nagaland haben laut Polizei mehrere Tausend Menschen ein Gefängnis gestürmt und einen mutmaßlichen Vergewaltiger gelyncht. Der 35-Jährige habe sich dort in Untersuchungshaft befunden, berichtete die Zeitung "Hindustan Times". Er soll im Februar eine Studentin vergewaltigt haben.

Die Menge überwältigte den Polizeiangaben zufolge am Donnerstagabend das Wachpersonal im Zentralgefängnis von Dimapur. Der wütende Mob habe den Mann nackt durch die Straßen gezerrt, mit Steinen beworfen und zu Tode geprügelt. Indiens Innenminister Rajnath Singh ordnete eine Untersuchung des Falls an.

Die Polizei hatte den Mob mit Schüssen in die Luft auseinandertreiben wollen. Dabei wurde ein Mann getötet, mehrere verletzt. Die Behörden verhängten anschließend eine Ausgangssperre, auch am Freitag beschrieb der örtliche Polizeichef die Lage vor Ort als angespannt.

In der Vergangenheit hat es in Indien immer wieder Fälle von Selbstjustiz im Zusammenhang mit Vergewaltigung gegeben. Bei den Vorkommnissen in Dimapur spielen aber vermutlich auch Spannungen zwischen der einheimischen Bevölkerung und Einwanderern eine Rolle. Der gelynchte Mann soll aus Bangladesch stammen.

wit/dpa/AP

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