Erlass der Regierung Indien stellt Vergewaltigung von Kindern unter Todesstrafe

Indien verschärft die Höchststrafe für die Vergewaltigung von Kindern. Einen entsprechenden Erlass hat die Regierung nach landesweiten Protesten auf den Weg gebracht.

Proteste nach Vergewaltigung eines Kindes in Indien
RAMINDER PAL SINGH/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Proteste nach Vergewaltigung eines Kindes in Indien


Die Vergewaltigung von Kindern kann in Indien künftig mit dem Tod bestraft werden. Die Regierung brachte angesichts landesweiter Protesten nach mehreren tödlichen Vergewaltigungen einen Erlass mit der Einführung der schärferen Strafe auf den Weg. Das meldete der amtliche Fernsehsender Doordarshan News.

Der Erlass stellt die Vergewaltigung von Kindern unter zwölf Jahren unter Todesstrafe. Bislang konnte maximal eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden. Das Parlament muss nun innerhalb eines halben Jahres die Gesetzesänderung bestätigen und dauerhaft einführen. Frauenministerin Maneka Gandhi hatte bereits vor einigen Tagen die Einführung der Todesstrafe für die Vergewaltigung von Kindern unter zwölf Jahren gefordert.

Die Vergewaltigung und Ermordung einer Achtjährigen in Kaschmir im Januar hatte landesweites Entsetzen ausgelöst. Dieses Verbrechen war jedoch kein Einzelfall. Allein vergangene Woche wurden vier ähnliche Fälle gemeldet.

Derzeit erschüttert zudem der Fall eines Abgeordneten der Regierungspartei BJP im Bundesstaat Uttar Pradesh das Land, der eine Jugendliche vergewaltigt haben soll. Nach offiziellen Statistiken wurden 2016 in Indien 19.765 Vergewaltigungen von Minderjährigen erfasst.

Verhängt werden kann die Todesstrafe in Indien für Terrorismus, Mord, Beihilfe zum Selbstmord eines Kindes sowie Vergewaltigung, wenn diese zum Tod des Opfers oder zum Wachkoma führt.

wit/dpa/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.