Mord an Dreijähriger Indisches Schnellgericht verurteilt Vergewaltiger zum Tod

Der Vergewaltiger und Mörder einer Dreijährigen ist in Indien von einem Schnellgericht zum Tod verurteilt worden. Der Richter nannte das Urteil "eine Botschaft an die Gesellschaft": Solche Straftäter hätten keine Milde verdient. Erst vor zwei Wochen waren die Schnellgerichte eingesetzt worden.


Neu Delhi - Eines der neuen indischen Schnellgerichte für Vergewaltigungsfälle, die nach der grausamen Tat an einer 23-Jährigen eingesetzt worden waren, hat das erste Urteil gefällt. Das Gericht in Neu-Delhi verhängte die Todesstrafe gegen einen Sexualtäter, wie indische Medien am Mittwoch übereinstimmend berichteten.

Der Wächter eines Bauernhofs hatte demnach am 10. April 2011 ein drei Jahre altes Kind, das auf dem Weg nach Hause war, zu sich ins Haus gerufen, es vergewaltigt und getötet. Die Leiche soll der Mann ins Gebüsch geworfen haben, sie wurde ein paar Tage später entdeckt. Diese "abscheuliche" Tat sei einer der äußerst seltenen Fälle, die die Todesstrafe rechtfertigen, sagte der Vorsitzende Richter laut der Zeitung "The Hindu" bei der Urteilsverkündung am Dienstag.

Die Verteidigung hatte argumentiert, der Angeklagte habe den Tod des Mädchens nicht beabsichtigt. Doch das Gericht sah das anders. "Solche Personen sind eine Bedrohung für die Gesellschaft, sie verdienen keine Milde", hieß es bei der Urteilsverkündung.

"Die Zahl der Verbrechen gegen Frauen, besonders gegen minderjährige, steigt rapide", sagte der Richter. Von dem Urteil gehe eine Botschaft an die Gesellschaft aus: Es sei an der Zeit, über solche Fälle streng zu urteilen.

Die fünf Schnellgerichte hatten erst vor zwei Wochen ihre Arbeit aufgenommen. Der nun abgeschlossene Fall war vom Schnellgericht vor zehn Tagen übernommen worden, das vorherige Verfahren befand sich gerade in der Beweisaufnahme. Vor dem Schnellgericht hatte der Angeklagte ausgesagt, die Plädoyers wurden gehalten. Dann folgte das Urteil.

Die Schnellgerichte waren als Konsequenz aus der Gräueltat vom 16. Dezember eröffnet worden, bei der eine 23-Jährige von mehreren Männern in einem Bus vergewaltigt und mit einer Eisenstange gefoltert worden war.

Dieser Fall wird voraussichtlich in ein paar Wochen an eines der Schnellgerichte weitergegeben, da die Anwälte der Angeklagten den Prozessbeginn mit zahlreichen Anträgen hinauszögern.

bim/dpa



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