Indonesien Angreifer mit Schwert verletzt deutschen Priester

In einer indonesischen Kirche hat ein Mann vier Menschen mit einem Schwert verletzt, Gläubige beschimpft und Statuen enthauptet. Unter den Opfern ist auch ein deutscher Pfarrer, der seit Jahrzehnten im Land lebt.

Enthauptete Jesus-Statue am Tatort
KOKO/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Enthauptete Jesus-Statue am Tatort


Während eines Sonntagsgottesdienstes auf der indonesischen Insel Java hat ein Mann vier Menschen mit einem Schwert verletzt, darunter auch den deutschen Priester. Man habe den Angreifer niedergeschossen und festgenommen, teilte die Polizei im Regierungsbezirk Sleman mit. "Es war ein Amoklauf", sagte ein Sprecher.

Der Jesuitenorden in Deutschland teilte mit, Pater Karl-Edmund Prier, der den Gottesdienst zelebriert habe, sei am Kopf verletzt worden. Der wütende Mann sei in die Kirche gestürmt, habe Gläubige beschimpft und das Schwert geschwungen. Dann sei er zum Altar gestürmt, um den deutschen Priester anzugreifen. "Außerdem schlug er die Köpfe einer Jesus- und einer Marienstatue ab." Laut dem Orden lebt der 81-jährige Pater seit 1964 in Indonesien, wo er an Kirchenmusik arbeite.

Zum Zeitpunkt des Angriffs hielten sich etwa 100 Menschen in der Kirche der in der Provinz Yogyakarta gelegenen Gemeinde Sleman auf. Ein über soziale Medien verbreitetes Video soll den Angreifer zeigen, der vor dem Altar der Kirche mit seinem Schwert droht.

Statt sich den nach kurzer Zeit eintreffenden Polizisten zu ergeben, griff der Mann offenbar einen Beamten an und verletzte ihn, bevor dieser ihn niederschoss. Die übrigen Verletzten sind den Angaben zufolge Gottesdienstbesucher. Zur Schwere ihrer Verletzungen war zunächst nichts bekannt.

Der Augenzeuge Andhi Cahyo berichtete, die Messe habe gerade begonnen, als der mit einem rund ein Meter langen Schwert bewaffnete Mann in die Kirche gestürmt sei und offenbar wahllos Gläubige angegriffen habe. "Alle bekamen Panik und schrien, ich musste mich durchkämpfen, um meine Frau und Kinder zu retten", sagte Cahyo der Nachrichtenagentur AFP.

Die Kirche nach dem Angriff
REUTERS/ Antara Foto/ Andreas Fitri Atmoko

Die Kirche nach dem Angriff

Sleman liegt in der Provinz Yogyakarta auf der Insel Java in der Mitte des Landes. Indonesien hat die größte muslimische Bevölkerung weltweit, in dem Inselstaat leben aber auch viele Christen, Buddhisten und Hinduisten. Christliche Kirchen werden immer wieder zum Ziel von Anschlägen islamistischer Attentäter.

Bei dem Angreifer handelt es sich laut Polizei um einen jungen Studenten. Sein Motiv war zunächst unklar. Der Mann liege im Krankenhaus und könne zurzeit nicht verhört werden, sagte der Polizeisprecher.

dab/dpa



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