Drogendelikte Indonesischer Präsident lehnt Gnadengesuche von Todeskandidaten ab

In Indonesien droht sieben Ausländern die Hinrichtung. Sie waren wegen Drogenvergehen zum Tod verurteilt worden. Nun wies Staatschef Joko Widodo ihre Gnadengesuche zurück.

Indonesiens Präsident Joko Widodo: Gnadengesuche abgewiesen
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Indonesiens Präsident Joko Widodo: Gnadengesuche abgewiesen


Jakarta - Erst kürzlich hat Indonesien die Todesstrafe gegen fünf Ausländer und eine Einheimische vollstreckt. Nun stehen trotz internationaler Proteste die nächsten Hinrichtungen an. Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte, die Gnadengesuche von sieben Ausländern seien von Staatschef Joko Widodo abgewiesen worden. Auch die Berufungsanträge von vier Indonesiern seien gescheitert.

Insgesamt gebe es derzeit "elf Verurteilte im Todestrakt", deren Hinrichtung bevorstehe, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Zwei der Ausländer kommen aus Australien, ihnen wird Drogenschmuggel vorgeworfen. Zudem sind Verurteilte aus Frankreich, Brasilien, Nigeria, Ghana und von den Philippinen von der Hinrichtung bedroht.

Sämtliche Todeskandidaten waren wegen Drogenvergehen verurteilt worden. Wann und wo sie exekutiert werden sollten, sei noch nicht klar, sagte der Sprecher. Widodo, seit Herbst 2014 im Amt, gilt zwar generell als Reformer. Er versichert jedoch, an der Todesstrafe für Drogendelikte festhalten zu wollen.

Millionen drogenabhängige Indonesier

Trotz internationaler Gnadenappelle waren erst vor wenigen Tagen mehrere Ausländer hingerichtet worden. Die Verurteilten kamen aus den Niederlanden, Brasilien, Vietnam, Malawi und Nigeria. Aus Protest zogen die Niederlande und Brasilien ihre Botschafter aus Jakarta ab. Für den Fall weiterer Hinrichtungen werden neue diplomatische Spannungen erwartet.

In Sydney nahmen am Donnerstag etwa 2000 Menschen an einem Konzert zur Unterstützung der australischen Todeskandidaten Andrew Chan und Myuran Sukumaran teil. Mit Kerzen und Transparenten in den Händen baten sie um Gnade für die Männer. "Tötet ihn nicht, bitte tötet ihn nicht", bat Sukumarans Großmutter Edith Visvanathan in einer kurzen Ansprache.

Indonesien hatte die Vollstreckung der Todesstrafe 2008 ausgesetzt, sie 2013 aber wieder aufgenommen. Im vergangenen Jahr wurde niemand hingerichtet. Die Verhängung der Todesstrafe für Drogendelikte begründen die Behörden mit täglich 50 Drogentoten. Rund 4,5 Millionen der insgesamt etwa 250 Millionen Indonesier seien drogenabhängig.

wit/AFP

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insgesamt 19 Beiträge
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bumminrum 29.01.2015
1. so eine Vorgehensweise
würde ich mir auch bei uns wünschen. So könnte man das Problem von Cristal auch in den Griff bekommen.
DMenakker 29.01.2015
2.
Ich bin und bleibe ein Gegner der Todesstrafe. ABER: Wer in Malaysia, Singapur oder Indonesien mit Drogen handelt, weiss ganz genau auf was er sich einlässt. Mein Mitleid hält sich somit in Grenzen.
manicmecanic 29.01.2015
3. @1 in welchem Jahrhundert sind Sie geistig steckengeblieben ?
Daß selbst brachialste Strafen nichts nutzen beweist ja gerade Indonesien.Mit Ihrer Einstellung kann man auch gleich erweitern auf sämtliche Abhängigen wie Alkoholiker.Oder chronisch kranke,merken Sie wo das hingeht.Adolf läßt grüßen aus der Gruft.
Flying Rain 29.01.2015
4. Wer
Wer ist auch so dumm in Asien mit Drogen zu hantieren? Die Verurteilten sind ganz bewusst die Lebensgefahr eingegangen und sind erwischt geworden...das ist wie als ob man als Ungläubiger ( als Christ oder Muslim hatt man noch Chancen ) in die Gebiete des IS zu reisen...
Gobloc 29.01.2015
5. so ein Blödsinn ...
@ bumminrum ... Auch mit dieser Vorgehensweise hat man das Problem mit Drogensucht in Indonesien nicht im Griff bekommen. Ich bin sehr froh, dass die Befürworter von Todesstrafe in unseren Gefilden GottSeiDank die Minderheit ist ...
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