Bundesstaat Chihuahua Interpol-Polizisten in Mexikos Drogenhochburg vermisst

In Mexikos blutigem Drogenkrieg geraten immer wieder auch Polizisten ins Visier der rivalisierenden Banden. Nun gibt es möglicherweise einen neuen Fall nahe der US-Grenze. Drei Interpol-Fahnder werden seit Tagen vermisst - sie sollten im berüchtigten Ciudad Juárez ermitteln.

US-Grenze zu Mexiko: Interpol-Ermittler seit Tagen verschwunden
AFP

US-Grenze zu Mexiko: Interpol-Ermittler seit Tagen verschwunden


Mexiko-Stadt - Ciudad Juárez gilt als einer der wichtigsten Umschlagplätze für Drogenlieferungen aus Mexiko in die USA. Drei Beamte der internationalen Polizeibehörde Interpol und ein Ermittler der Staatsanwaltschaft waren auf dem Weg in die Millionenstadt im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua - kamen dort jedoch nie an. Die Behörden haben inzwischen eine Suche nach den Männern eingeleitet, sagte der örtliche Gouverneur César Duarte am Mittwochabend (Ortszeit).

Laut Medienberichten waren die Ermittler am Sonntag in zwei Fahrzeugen von der Stadt Chihuahua nach Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA aufgebrochen. Dort sollten sie an einer Spezialoperation teilnehmen. Weitere Details über ihren Auftrag sind bisher nicht bekannt. Allerdings hätten sie ihr Ziel nie erreicht, berichtete die Zeitung "El Diario de Juárez".

Chihuahua ist seit Jahren einer der Brennpunkte im Drogenkrieg zwischen rivalisierenden Kartellen und den Sicherheitsbehörden. In den vergangenen sechs Jahren sind in Mexiko mehr als 25.000 Menschen verschwunden. Der Drogenkrieg zwischen rivalisierenden Kartellen und den Sicherheitskräften hat seit 2006 mindestens 70.000 Menschen das Leben gekostet.

Im April hatte das Innenministerium bekanntgegeben, seit Amtsantritt von Präsident Enrique Peña Nieto am 1. Dezember seien die Morde im Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen um 17 Prozent gesunken. Allerdings erklärte der Vertreter der Uno-Menschenrechtskommissarin in Mexiko, die Abnahme der Gewalt sei nicht einer besseren Sicherheitspolitik, sondern Abkommen zwischen den Drogenkartellen geschuldet.

jok/dpa

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