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Inzestfall: Brasilianer zeugte sieben Kinder mit eingesperrter Tochter

Die Geschichte erinnert an den Inzestfall vom Amstetten: Der Brasilianer José Agostinho Pereira soll seine Tochter zwölf Jahre lang in einer Hütte gefangen gehalten und sieben Kinder mit ihr gezeugt haben. Auch eine seiner Enkelinnen soll er missbraucht haben.

Brasilianischer Inzestfall: Die Hölle im Urwald Fotos
AP/ Civil Police

Rio de Janeiro - Ein bislang Unbekannter ermöglichte der Polizei, das Martyrium der 28-Jährigen Tochter José Agostinho Pereiras zu beenden: Ein anonymer Anruf führte zur Festnahme des 54 Jahre alten Fischers. Das teilten die Ermittler im Bundesstaat Maranhão im Nordosten Brasiliens mit.

Pereira wird vorgeworfen, sich über einen Zeitraum von zwölf Jahren immer wieder an seiner Tochter vergangen zu haben. Der Missbrauch soll begonnen haben, als Pereira 1998 von seiner Ehefrau verlassen wurde. Die brasilianische Zeitung "O Globo" berichtet sogar, Pereira habe seine Tochter 17 Jahre gefangen gehalten.

Ersten Ermittlungen zufolge hielt der Fischer, von dem brasilianische Zeitungen auch schreiben, er habe als Bauer gearbeitet, sie in der Nähe eines abgelegenen Dorfs in einer Strohhütte im Urwald gefangen. Die Baracke war nur per Kanu zu erreichen, die nächste Stadt 80 Kilometer entfernt. Pereira soll zudem eine seiner Enkelinnen missbraucht haben, die damals sieben Jahre alt war.

Seine Tochter könne nicht lesen und nicht schreiben, teilte die Polizei mit. Von den insgesamt sieben Kindern - vier Mädchen und drei Jungen - lebten sechs bei ihrer Mutter in der Hütte. Das siebte Kind sei gleich nach seiner Geburt an eine andere Familie gegeben worden, berichteten die Ermittler. Das Alter der Kinder kann nur geschätzt werden, da die Mädchen und Jungen nicht registriert wurden. Demnach sind sie zwischen zwei Monaten und zwölf Jahren alt.

Bei ihrer Rettung waren die Frau und ihre Kinder "ohne Kleidung und schlecht ernährt", sagte Polizeisprecher Jair Lima de Paiva . "Keines der Kinder durfte das Haus verlassen. Keines kann lesen, und sie können auch praktisch nicht mit anderen Menschen kommunizieren." "Pereira drohte seiner Tochter und ihren Kindern mit dem Tode, sollten sie versuchen zu flüchten oder jemandem von ihrer Situation erzählen."

Seit Dienstag sitzt der Fischer nun in Haft. Er hat den Missbrauch und das Einsperren seiner Tochter gestanden. Nach brasilianischem Recht wird aber erst Anklage erhoben, wenn die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen hat.

Pereiras Tochter und die Kinder befinden sich in einer staatlichen Einrichtung, in der man sich um sie kümmert.

Der Fall erinnert an das Inzest-Verbrechen von Amstetten: Vor rund einem Jahr wurde Josef F. zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er seine Tochter 24 Jahre lang in einem Kellerverließ eingesperrt und sieben Kinder mit ihr gezeugt hatte.

han/AFP/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
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1. Nach brasilianischem Recht wird aber erst Anklage erhoben,
Sapientia 10.06.2010
Zitat von sysopDie Geschichte erinnert an den Inzestfall vom Amstetten: Der Brasilianer José Agostinho Perreira soll seine Tochter 16 Jahre lang in einer Hütte gefangen gehalten und sieben Kinder mit ihr gezeugt haben. Auch eine seiner Enkelinnen soll er missbraucht haben. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,699814,00.html
wenn die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen hat. Das ist nach hiesigem Recht auch so, wahrscheinlich auch internationaler Standard, weil man der Logik folgt. Ist aber ganz niedlich, daß das hier als brasilianische Errungenschaft dargestellt wird. In der Sache berichten Sie über keinen besonderen Umstand, das gab es immer und wird es immer geben, ob nun erkannt oder unerkannt. Neuer ist nur, mit jenen Nachrichten eine Art Lockruf zu erzeugen, damit die Nachricht gelesen/gekauft wird; damit ist die ganze Sache aber dann beendet, die Opfer interessieren nicht weiter. Getragen wird dies von Gemütern, die in einer Art naiver Ideologie: Globale Reinheit annehmen, diese Welt müsse ohne Makel sein und nur Meister-Proper Maßstäben zu messen, was - das weiß jeder - nicht geht. Bereits unsere geistigen Vorturner zeigen uns mit der UN im Rücken, wieviel ein ziviles Menschenleben wert ist, wenn man Zugriff auf fremdes Erdöl erreichen möchte. Die hiesig vorgetäuschte Entrüstung inForm der Wahl dieses Artikels ist naiv!
2. In der ganzen Welt........
Dude2403 10.06.2010
.........werden Menschen gefangengehalten und mißhandelt, eben nicht nur auf dieser besonders greuliche Tat wie in diesem Fall hier. Was mich wundert, dass die Medien nie danach fragen wieviele Menschen noch irgendwo in Kellern leben auf die Art. Bis zum Fall Kampusch hielt man so etwas für unwahrscheinlich und es kam ein Riesenaufschrei der Entrüstung, dabei wird es so etwas immer gegeben haben. Eine Menge Menschen werden gar in solchen Situationen ableben, gruselig.......
3. Die menschlichen Abgründe sind tief
sukowsky, 10.06.2010
Die menschlichen Abgründe sind tief! Wie soll es hier auf Erden jemals Frieden geben, wenn Menschen noch unter die Stufe des Tieres herabsteigen. Hier nur ein abartiges Beispiel. Wieviel andere gibt es noch!
4. re
Zero Thrust 10.06.2010
Zitat von Dude2403.........werden Menschen gefangengehalten und mißhandelt, eben nicht nur auf dieser besonders greuliche Tat wie in diesem Fall hier. Was mich wundert, dass die Medien nie danach fragen wieviele Menschen noch irgendwo in Kellern leben auf die Art. Bis zum Fall Kampusch hielt man so etwas für unwahrscheinlich und es kam ein Riesenaufschrei der Entrüstung, dabei wird es so etwas immer gegeben haben. Eine Menge Menschen werden gar in solchen Situationen ableben, gruselig.......
Ja und wer sollte das beantworten?
5. Anstetten
hikage 10.06.2010
---Zitat--- Der Fall erinnert an das Inzest-Verbrechen von Amstetten: Vor rund einem Jahr wurde Josef F. zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er seine Tochter 24 Jahre lang in einem Kellerverließ eingesperrt und sieben Kinder mit ihr gezeugt hatte. ---Zitatende--- Das ist so nicht richtig. Zu lebenslanger Haft wurde F. nur verurteilt weil er auch noch wenigstens eines der Babies getötet hat. Vergewaltiger und Kinderschänder kommen i.d.R. milder weg.
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