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19. März 2016, 12:08 Uhr

Hannover

15-jährige Messerstecherin hatte Kontakt zum "Islamischen Staat"

Neue Details zur 15-Jährigen, die Ende Februar einen Polizisten niederstach: Nach SPIEGEL-Informationen hatte Safia S. Kontakt zum "Islamischen Staat" - und chattete mit einem Terrorverdächtigen aus Hannover.

Ende Februar stach am Hauptbahnhof Hannover die 15-jährige Safia S. einen Bundespolizisten nieder. Nach SPIEGEL-Informationen geht die Bundesanwaltschaft mittlerweile davon aus, dass die junge Frau nach Syrien wollte und bereits Kontakt zur Terrororganisation "Islamischer Staat" IS aufgenommen hatte. Das geht aus der Auswertung ihrer Handydaten hervor. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe geht dem Verdacht nach, dass der Messerangriff womöglich als Terroranschlag geplant war. Karlsruhe ermittelt gegen Safia S. wegen des Verdachts der "Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung".

Das Mädchen schrieb sich den Informationen zufolge Chatnachrichten mit einem 19-Jährigen aus Hannover-Misburg, der ebenfalls unter Terrorverdacht steht. Ein Ermittler charakterisierte den Dialog in einem Vermerk als typische Kommunikation zweier islamistisch radikalisierter Personen. Safia S. schrieb dem jungen Mann, sie beabsichtige grundsätzlich eine Märtyrertat in Deutschland. Er entgegnete, sie solle doch davon absehen und zunächst nach Syrien reisen.

Gegen den 19-Jährigen ermittelt die Bundesanwaltschaft, weil er mit den angeblichen Terrorplänen zu tun haben könnte, die zur Absage des Fußballländerspiels am 17. November führten. Bundespolizeipräsident Dieter Romann sagte dem SPIEGEL, die Tat sei "der erste vorsätzliche islamistische Terrorangriff auf einen uniformierten Polizeibeamten in Deutschland".

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