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Künstliche Befruchtung: 50-Jährige darf vom toten Ehemann schwanger werden

Szene aus dem Labor: Künstliche Befruchtung einer Eizelle Zur Großansicht
DPA

Szene aus dem Labor: Künstliche Befruchtung einer Eizelle

Vor fast 20 Jahren entschied sich ein Paar in Italien für eine künstliche Befruchtung - und ließ die Embryonen einfrieren. Nachdem der Ehemann verstarb, begann ein jahrelanger Rechtsstreit. Jetzt ist er entschieden.

Bologna - Eine 50 Jahre alte Frau in Italien darf ihre befruchteten Eizellen fast 20 Jahre nach dem Einfrieren auftauen und einsetzen lassen - obwohl ihr Mann seit vier Jahren tot ist. Das entschied nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa das Zivilgericht in Bologna und beendete damit einen jahrelangen Rechtsstreit.

Die Embryonen waren 1996 per künstlicher Befruchtung entstanden und konserviert worden. Die Klinik muss sie auf Anweisung der Richter sofort einsetzen.

Nach einem gescheiterten Schwangerschaftsversuch und dem Tod des Mannes hatte die Klägerin erneut Embryonen einsetzen lassen wollen. Das verweigerte ihr die Klinik jedoch mit Verweis auf das Gesetz. Zu Unrecht, wie das Gericht nun in zweiter Instanz urteilte.

Das Gesetz stammt aus dem Jahr 2004

Zwar ist in Italien vorgeschrieben, dass Eizellen nicht eingefroren werden dürfen und bei einer künstlichen Befruchtung beide Eltern leben müssen. Das entsprechende Gesetz war aber 1996 noch nicht in Kraft, es stammt aus dem Jahr 2004.

Das katholische Italien hat sehr strikte Vorschriften zur künstlichen Befruchtung. Daher gehen immer mehr Paare ins Ausland, wenn sich der Kinderwunsch nicht auf natürlichem Wege erfüllen lässt.

sms/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
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1. Erstaunlich…
kobl 10.02.2015
… was im katholischen Italien alles möglich ist, sogar eine richterlich erzwungene ärztliche Maßnahme zum Einsetzen in vitro erzeugter Embryonen. Vor wenigen Jahren hatte eine Frau in Deutschland große Mühe, den konservierten Samen ihres verstorbenen Ehemanns von der Klinik auch nur herausgegeben zu bekommen, um anderswo (in Polen) eine künstliche Befruchtung vornehmen zu lassen (s. http://www.mv-justiz.de/dokumente/GVP/7u0679ua.pdf)
2.
mczeljk 10.02.2015
Ich finde es ebenfalls erstaunlich, dass Fremde über die Körperflüssigkeiten und Bestandteile urteilen und bestimmen dürfen.
3. Mit 50 Jahren noch Mutter?
Alex Schwarzer 10.02.2015
Hallelujah!
4. 50 jährige will sich mit Sperma eines Toten schwängern
Bayrischer Michel 10.02.2015
Wie kaputt ist das denn? Wo bleibt das Recht des Kindes auf Eltern? Es drängt sich geradezu auf, dass die Frau nicht in eine Fertilitäts- sondern in eine Psychiatrische Behandlung gehört. Sie ist hochgradig gestört.
5. o Mann !
Montanabear 11.02.2015
Genau das hatte ich erwartet : miesepetrige Verdammung. Ich will das ein wenig aufheitern, indem ich sage, ist es nicht schoen, dass die Medizin so weit fortgeschritten ist, um Solches moeglich zu machen ? Das Kind wird der Frau helfen, ihren Verlust zu überwinden. Und 50 ist nicht zu alt. Es gibt gaaaaaanz Alte, die erst 30 sind ! Ich finde es tapfer von der Frau.
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