Italien und Deutschland Mehr als 160 Festnahmen bei Großrazzia gegen Mafia

Bei einer Großrazzia in Italien und Deutschland sind mindestens 169 Mitglieder der kalabrischen 'Ndrangheta festgenommen worden. Sie sollen die Müllbranche und Beerdigungsunternehmen unterwandert haben.

Screenshot der italienischen Carabinieri: Hubschrauber-Piloten bei einer Razzia gegen die Ndrangheta
DPA

Screenshot der italienischen Carabinieri: Hubschrauber-Piloten bei einer Razzia gegen die Ndrangheta


Italienischen und deutschen Fahndern ist es offenbar gelungen, einen Mafia-Clan der kalabrischen 'Ndrangheta zu zerschlagen. Laut Nachrichtenagentur Ansa wurden mindestens 169 Personen festgenommen - darunter zahlreiche Mitglieder der Familien Farao und Marincola, aber auch drei Bürgermeister aus der Region Kalabrien sowie der Chef der Provinz Crotone, Nicodemo Parrilla. Letzterer soll Mitglied der kriminellen Organisation gewesen sein und sie in den örtlichen Behörden vertreten haben.

Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die Mafia in verschiedenen Wirtschafts- und Unternehmensbereichen in Italien sowie im Ausland mitmischte und sich wie eine "kriminelle Holding" organisierte, um Geschäfte in Millionenhöhe zu betreiben, hieß es weiter bei Ansa. Besonders betroffen seien Firmen aus der Wein- und Nahrungsmittelbranche, der Abfallentsorgung sowie Beerdigungsunternehmen.

Eine Reihe von Beamten würde der Korruption verdächtigt, hieß es in einer Mitteilung der Carabinieri. Unklar blieb zunächst, ob dies nur für Italien oder auch Deutschland gilt. Insgesamt wurden bei der Razzia Vermögensgegenstände im Wert von 50 Millionen Euro beschlagnahmt.

Bei Razzien in verschiedenen Regionen beider Länder sei es in den frühen Morgenstunden zu den Festnahmen gekommen. Der Zeitung "Repubblica" zufolge wurden in Deutschland 13 Personen festgenommen, in welchen Bundesländern war zunächst unklar. Der 'Ndrangheta-Clan der Farao-Marincola ist vor allem in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und in Sachsen aktiv.

ORF Doku: Die Ndrangheta - Leben im Schatten der Mafia

ala/Reuters/dpa



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