Nach 20 Jahren Flucht: Polizei fasst italienischen Mafia-Boss

Die Polizei in Italien hat einen Anführer der Mafia-Organisation 'Ndrangheta verhaftet. Domenico Condello gilt als einer der meistgesuchten Verbrecher des Landes, fast 20 Jahre war er auf der Flucht. Wegen Mordes muss er nun lebenslang in Haft.

Condello von Polizisten flankiert: Lebenslange Haft nach 20 Jahren Flucht Zur Großansicht
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Condello von Polizisten flankiert: Lebenslange Haft nach 20 Jahren Flucht

Rom - Nach fast zwei Jahrzehnten auf der Flucht ist in Italien einer der meistgesuchten Kriminellen des Landes gefasst worden. Domenico Condello, ein Anführer der kalabresischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta, sei in einem Vorort der Stadt Reggio Calabria verhaftet worden, teilte das Innenministerium mit.

"Die Verhaftung Condellos ist ein weiterer Erfolg im Kampf gegen die 'Ndrangheta und ein Beweis für die Schlagkraft von Polizei und Justiz, die hervorragende Arbeit machen, um in Kalabrien die Legalität wiederherzustellen", sagte Innenministerin Annamaria Cancellieri. Condello müsse nun eine lebenslange Haft wegen Mordes verbüßen, zu der er in Abwesenheit verurteilt worden war.

Aufgrund seiner zahlreichen Komplizen hatte Condello immer wieder Unterschlupf gefunden. In seinem letzten Quartier wurden laut Nachrichtenagentur Ansa neben einem Handy und Lebensmitteln für mehrere Tage auch einige Heiligenbilder gefunden.

Erst am Mittwoch hatte die italienische Regierung den Stadtrat von Reggio Calabria wegen seiner Nähe zur Mafia aufgelöst - das erste Mal in der Geschichte des Landes war damit eine Provinzhauptstadt von einem solchen Schritt betroffen. In Mailand wurde ein Politiker der Berlusconi-Partei PdL festgenommen, der von der 'Ndrangheta 4000 Wählerstimmen für 200.000 Euro gekauft haben soll.

aar/dpa/AFP

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Allergrößte Hochachtung vor der italienischen Polizei,
vantast64 11.10.2012
unsere sind leider völlig überfordert, verängstigt, man muß sie zur Jagd tragen, wenn der Staatsanwalt nicht lieber vorher abwinkt. Und dabei ist das Niedriglohnland Deutschland sogar der Ruheraum der Mafiosi, wohl weil alle wissen, daß ihnen in Deutschland nichts passieren kann, dort hat man seine Ruhe vor Verfolgung, es sei denn, man macht Schwarzarbeit.
2. na ja
oliveras999 11.10.2012
Ausgerechnet das italienische Justizwesen als Vorbild nehmen zu wollen, stellt hierzulande und insbesondere bei Experten eine absolute Einzelmeinung dar. Der Verhaftete dürfte realistisch gesehen ein Relikt alter Schule und wohl auch ein Bauernopfer sein. Heuzutage kann die "Mafia" an den Finanzmärkten weitaus schnellere und größere Profite machen, als in den klassischen Bereichen. Man kann in 10 Jahren öffentlich eine Milliarde € in einerm Fußballverein in der CL waschen, ohne dass es irgendwen juckt. Großbritannien, das Mutterland der industriellen Revolution, erwirtschaftet heute gerade noch mal 16 % seiner Wirtschaftsleistung durch Realwirtschaft. Warum fühlen sich Oligarchen denn am Finanzplatz London so wohl? Und die Politik wird garantiert nichts dagegen tun, man will die Finanzmärkte schließlich nicht verschrecken.
3. Gut so,
0914 11.10.2012
einsperren und nie mehr herauslassen, den egoistischen Mörder. Man sollte aber auch das gesamte Vermögen beschlagnahmen (Immobilien,Geld etc). Endlich ein weiterer Verbrecher seiner gerechten Strafe zugeführt.
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