Fluchtpunkt Deutschland Italienischer Mafia-Pate in München festgenommen

In München haben Ermittler einen 44-jährigen Mafia-Boss festgenommen. Der Mann war seit einem Jahr auf der Flucht - und lebte unter falschem Namen offenbar unbehelligt in Deutschland.


Ein Jahr lang war Patrizio Pellegrino auf der Flucht - jetzt wurde er von deutschen Ermittlern auf dem Münchner Hauptbahnhof festgenommen. Der 44-Jährige gilt als mächtiges Mitglied der aus Apulien stammenden Mafia-Gruppierung "Sacra Corona Unita".

Am 11. November 2014 war es ihm und seinem Bruder Antonio gelungen unterzutauchen, während die italienische Polizei Razzien und Festnahmen im Rahmen der Operation "Vortice - Déja vu" ("Wirbel - Déja vu") durchführte.

Offenbar gelang es dem Mafioso, nach Deutschland zu fliehen. Dort soll er sich den Behörden zufolge mit gefälschtem rumänischem Pass unter anderem in Mainz aufgehalten haben.

Die Festnahme gelang italienischen Medien zufolge durch die erfolgreiche Zusammenarbeit des Bundeskriminalamts mit den Antimafia-Fahndern aus dem apulischen Lecce. Wie der "Corriere Salentino" berichtet, soll Pellegrino Kontakt zu Vertretern der kalabrischen Ndrangheta gehabt haben, die ihm auf der Flucht geholfen haben sollen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er seine illegalen Geschäfte auch in Deutschland weitergeführt hat.

Die italienischen Behörden beantragten Pellegrinos Auslieferung. Dem 44-Jährigen werden unter anderem illegales Glücksspiel, internationaler Rauschgifthandel, Wucher und Erpressung vorgeworfen. In Italien droht ihm eine hohe Haftstrafe.

ala/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.