Jackson-Tod Leibarzt soll nicht mehr praktizieren dürfen

Michael Jacksons Arzt soll dem King of Pop nicht nur das tödliche Propofol verabreicht, sondern auch Wiederbelebungsversuche unterbrochen haben, um Medikamente verschwinden zu lassen. Nun hat sich der kalifornische Justizminister eingeschaltet: Er will Conrad Murray die Lizenz entziehen.

DDP

Los Angeles - Michael Jacksons ehemaliger Arzt, Conrad Murray, ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt - darf aber momentan noch praktizieren, wenn auch keine schweren Beruhigungsmittel mehr verschreiben.

Der kalifornische Justizminister Edmund Brown will Murray im Rahmen des Prozesses die Zulassung als Arzt entziehen lassen, wie es in einer am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Mitteilung hieß.

"Murray verabreichte Michael Jackson eine tödliche Dosis des Narkosemittels Propofol und andere Medikamente", hieß es zur Begründung in dem Antrag an das Gericht. Er werde im Gericht argumentieren, dass Murray fahrlässig gehandelt habe und daher nicht mehr als Arzt praktizieren solle, erklärte Brown.

Michael Jackson war am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren gestorben, Todesursache war eine Vergiftung durch das Narkotikum Propofol.

Murray muss sich demnächst wegen fahrlässiger Tötung des Popstars vor Gericht verantworten. Bei einer ersten Anhörung vor Gericht hatte der Arzt auf nicht schuldig plädiert. Dem 56-Jährigen drohen bis zu vier Jahren Haft.

Murray behandelt seit einiger Zeit in der Armstrong-Klinik von Houston im Bundesstaat Texas wieder Patienten. Dort hatte er als Kardiologe gearbeitet, bis er im Frühling 2009 die Stelle als Jacksons Leibarzt übernommen hatte.

Erst am Montag waren neue Vorwürfe gegen Murray bekanntgeworden. Einem Mitarbeiter des Sängers zufolge hatte Murray die Wiederbelebungsmaßnahmen an Michael Jackson unterbrochen, um Medikamente verschwinden zu lassen. Der Arzt habe verschiedene Fläschchen und Plastikdosen eingesammelt und in eine Tüte gesteckt. Nachdem später im Krankenhaus Jacksons Tod festgestellt worden sei, habe Murray darauf bestanden, in die Jackson-Villa zurückzufahren und eine Creme zu holen.

Murrays Anwalt wies die Vorwürfe zurück und äußerte Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen. Der sei zweimal von der Polizei vernommen worden und habe jeweils unterschiedliche Versionen des Geschehens geschildert.

siu/AFP



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