Alkoholfahrt in der Schweiz Bewährungsstrafe für Jan Ullrich

Ein Schweizer Gericht hat Jan Ullrich wegen einer Alkoholfahrt im Jahr 2014 zu einer Bewährungsstrafe von 21 Monaten verurteilt. Die Richterin nannte das Verhalten des früheren Radstars "schlimm und verwerflich".

Jan Ullrich
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Der ehemalige Radprofi Jan Ullrich ist in der Schweiz zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten auf Bewährung verurteilt worden, weil er in betrunkenem Zustand einen Autounfall verursacht hatte. Das entschied das Schweizer Bezirksgericht Weinfelden. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten 17 Monate gefordert. Ullrich habe die Verkehrsregeln vorsätzlich grob verletzt und habe in fahrunfähigem Zustand hinter dem Steuer gesessen, so die Begründung des Gerichts.

"Ich habe vor dreieinhalb Jahren einen Fehler begangen, den ich sehr bereue", zitierte die Boulevardzeitung "Blick" den gebürtigen Rostocker Ullrich bei seinen Schlussworten vor Gericht. Er entschuldigte sich für sein Verhalten. (Was wurde aus Jan Ullrich? Ein Porträt des früheren Tour-de-France-Siegers lesen Sie hier.)

Die Richterin nannte demnach in der Urteilsbegründung das Geschehene "schlimm und verwerflich“. Ullrich könne "von Glück reden, dass nicht mehr passiert sei. Die Grenzwerte sind für alle gleich. Ob Spitzensportler oder 'normale Menschen', spielt keine Rolle", sagte die Richterin: "Es musste Ihnen klar gewesen sein, dass bei längerer Einnahme Valium verstärkend einwirken kann. Es ist gut, dass Sie sich in diesem Maße um die Geschädigten gekümmert haben. Wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass wir Sie hier nicht mehr wiedersehen."

Bei einer Fahrt mit 1,8 Promille und Valium im Blut rammte Ullrich 2014 mit überhöhter Geschwindigkeit zwei Fahrzeuge. Verletzt wurde damals niemand. Der ehemalige Radchampion hatte nach den Worten seines Anwalts nach dem Alkoholkonsum seinen Körper überschätzt.

Für die Staatsanwaltschaft hatte Ullrich "rücksichtslos" gehandelt. "Es ist vielmehr dem Zufall geschuldet, dass es gar keine Schwerverletzten oder gar Tote gab", sagte der Staatsanwalt. Ullrich war mit über 130 km/h in einer Tempo-80-Zone unterwegs.

asa/dpa/sid



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