Skandal um Schwedische Akademie Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Vergewaltigung

In zwei Fällen von Vergewaltigung im Umfeld der Schwedischen Akademie ist Anklage erhoben worden. Der 71-jährige Jean-Claude Arnault muss sich vor Gericht verantworten.

Jean-Claude Arnault
DPA/ TT News Agency

Jean-Claude Arnault


Der Skandal um die für die Vergabe des Literatur-Nobelpreises zuständige Schwedische Akademie kommt vor Gericht: Der Ehemann des langjährigen Akademiemitglieds Katarina Frostenson ist wegen Vergewaltigung angeklagt worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft in Stockholm mit.

Der Anklage zufolge soll Jean-Claude Arnault 2011 in Stockholm eine Frau zweimal vergewaltigt haben. Im ersten Fall habe er die "stark verängstigte" Frau zum Sex gezwungen, Monate später habe er sie im Schlaf vergewaltigt.

Eine Anwältin des mutmaßlichen Opfers erklärte, die Frau sei sehr erleichtert, dass Arnault nun vor Gericht komme. Sie sei von ihm "auf besonders ernste Weise verletzt und erniedrigt worden".

Es lägen ausreichende Beweise vor, um Anklage gegen den 71-Jährigen zu erheben, sagte die Staatsanwältin Christina Voigt. Zeugenaussagen stützten die Angaben des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers. Ein Datum für einen Prozess wurde zunächst nicht festgesetzt.

Im November war Arnault im Zuge der #MeToo-Kampagne von 18 Frauen sexueller Übergriffe beschuldigt worden. Laut Recherchen der Zeitung "Dagens Nyheter" soll er über Jahre hinweg weibliche Mitglieder der Akademie, Mitarbeiterinnen sowie Frauen und Töchter von Akademiemitgliedern sexuell belästigt oder missbraucht haben.

Der Umgang mit dem Skandal hatte innerhalb der Akademie für große Unruhe und Zwist gesorgt. Sechs der insgesamt 18 Mitglieder legten ihre Ämter nieder, darunter auch Frostenson. Die Vergabe des Literatur-Nobelpreises für das Jahr 2018 wurde daraufhin verschoben. Er soll nach bisherigen Planungen zusammen mit dem Preisträger für 2019 verkündet werden.

Im Zuge des Skandals war auch ans Tageslicht gekommen, dass ein von Arnault geführtes Kulturinstitut durch die Akademie über Jahre hinweg mit hohen Summen gefördert worden war. Die Akademie kappte inzwischen alle Verbindungen zu Arnault und seinem Institut.

bbr/ala/AFP



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