Britischer Missbrauchsskandal BBC-Moderator Savile soll mehr als 500 Kinder missbraucht haben

Der BBC-Missbrauchsskandal um Jimmy Savile nimmt neue Ausmaße an. Einer Untersuchung zufolge soll sich der verstorbene "Top of the Pops"-Moderator an mehr als 500 Kindern und Jugendlichen vergangen haben.

Savile auf einem Bild von 1985: Keine Gelegenheit ausgelassen
Getty Images

Savile auf einem Bild von 1985: Keine Gelegenheit ausgelassen


London - Im Missbrauchsskandal um den früheren BBC-Moderator Jimmy Savile geht die Kinderschutzorganisation NSPCC von Hunderten möglichen Opfern aus. Einer Untersuchung zufolge soll sich der 2011 verstorbene Fernsehstar an mehr als 500 Kindern und Jugendlichen vergangen haben. Die meisten Opfer waren demnach zwischen 13 und 15 Jahren alt, das jüngste sei ein zweijähriges Mädchen gewesen, heißt es in dem Bericht.

"Es gibt keinen Zweifel, dass Savile einer der schlimmsten, wenn nicht der schlimmste Triebtäter ist, mit dem wir es bei NSPCC je zu tun hatten", sagte der für Kinderschutz zuständige Direktor Peter Watt. Savile habe "keine Gelegenheit verpasst, um wehrlose Opfer auszumachen und sie zu missbrauchen". Der Untersuchung zufolge nutzte der Fernsehstar seine Kontakte, um in einer streng gesicherten psychiatrischen Heilanstalt an Kinder heranzukommen.

Demnach ließ sich Savile laut Regierungsdokumenten mithilfe eines einflussreichen Beamten zum Vorsitzenden einer Arbeitsgruppe ernennen, die 1988 in einem Streit zwischen der südenglischen Broadmoor-Klinik und Gewerkschaftern vermitteln sollte. Nach Polizeiangaben kam er so an Schlüssel zu dem Klinikgebäude.

Der ehemalige Manager des Krankenhauses sagte aus, Savile habe junge Mädchen im Gegenzug für ein Autogramm zu Küssen genötigt. "Er legte seine Hand um ihren Nacken, zog sie an sich heran und gab ihnen praktisch Zungenküsse." Bis heute wurden nach Polizeiangaben 16 Missbrauchsanzeigen gegen Savile wegen der Vorgänge in Broadmoor eingereicht.

Savile, früher Moderator von "Top of the Pops", und andere Täter sollen sich über Jahrzehnte hinweg an jungen Menschen vergangen haben. Das wurde allerdings erst nach dem Tod des 2011 verstorbenen Moderators bekannt. Die Taten sollen zum Teil auf dem Sendergelände der BBC geschehen sein. Die Erkenntnisse der von BBC in Auftrag gegebenen Untersuchung sollen am Montagabend im Rundfunk ausgestrahlt werden.

vks/dpa/AFP

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