Entscheidung in Karlsruhe Kachelmann darf Ex-Geliebte nicht als "Kriminelle" bezeichnen

Jörg Kachelmann darf seiner ehemaligen Geliebten Claudia D. falsche Beschuldigung vorwerfen, eine "Kriminelle" darf er sie aber nicht nennen. Eine entsprechende Entscheidung des Landgerichts Mannheim bestätigte nun das Oberlandesgericht Karlsruhe.

Kachelmann vor Gericht in Frankfurt (2013): "Kriminelle" verboten, "Falschbeschuldigerin" erlaubt
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Kachelmann vor Gericht in Frankfurt (2013): "Kriminelle" verboten, "Falschbeschuldigerin" erlaubt


Karlsruhe - Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat entschieden, dass Jörg Kachelmann den Vergewaltigungsvorwurf gegen sich als unzutreffend bezeichnen darf. Seine ehemalige Geliebte Claudia D. dürfe er aber nicht als "Kriminelle" persönlich herabwürdigen. Damit bestätigte das OLG Karlsruhe eine entsprechende Entscheidung des Landgerichts Mannheim.

Claudia D. hatte den Moderator der Vergewaltigung bezichtigt. Am Ende des Prozesses war der Wetterexperte im Mai 2011 freigesprochen worden. Kachelmann hatte danach das Buch "Recht und Gerechtigkeit" geschrieben, Claudia D. erwirkte aber, dass der Wettermoderator ihren Nachnamen nicht nennen darf - weder im Buch, noch sonst in der Öffentlichkeit.

Das Landgericht Mannheim hob die entsprechenden einstweiligen Verfügungen allerdings auf, zugleich untersagte es Kachelmann, D. als "Kriminelle" zu bezeichnen. Als "Falschbeschuldigerin" durfte er sie nach der Entscheidung des Gerichts hingegen weiter bezeichnen. Dies wurde vom OLG Karlsruhe nun ebenfalls bestätigt: Dass Kachelmann den Vergewaltigungsvorwurf als unzutreffend bezeichnen darf, sei notwendigerweise mit dem Vorwurf der falschen Beschuldigung durch die Klägerin verbunden.

bim/dpa

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